Erfahren Sie in diesem Artikel,
- welche Korrekturen im Bereich der Farben in Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen zur Verfügung stehen und
- für welchen Einsatz die jeweiligen Korrekturen geeignet sind.
1. Einführung
Beim Hochladen von Druckdateien in den Workflow, werden die Dokumente mithilfe von Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen überprüft, teilweise korrigiert und somit in einen normalisierten Zustand gebracht. Das Normalisieren von Druckdaten stellt daher einen zentralen Schritt in der Druckvorstufe dar, da dadurch Zeit gespart, Fehler minimiert und ein Teil der Arbeit automatisiert wird.
Nicht alle Korrekturen stehen in einer »Check-in Prüf- und Korrekturvorlage« zur Verfügung
Im Workflow erfolgt eine klare Trennung zwischen Normalisieren von Druckdaten und der Datenaufbereitung von Druckdaten für den Druck. Mit dem Schritt der Normalisierung werden Druckdaten auf einen einheitlichen Standard für die Datenaufbereitung gebracht. Die entsprechende Datenaufbereitung für die Produktion wird zu einem späteren Zeitpunkt durch Anwenden von einzelnen Korrekturen oder Korrekturketten angestoßen.
2. Verfügbare Korrekturen für Farben
Um alle Vorteile einer Check-in Prüf- und Korrekturvorlage nutzen zu können, müssen diese Vorlagen zunächst erstellt werden. Eine Vorlage besteht im Wesentlichen aus Korrekturen und Prüfungen. Derzeit stehen im Workflow über 44 Korrekturen zur Verfügung. Um den Überblick nicht zu verlieren, wurden die einzelnen Korrekturen in Kategorien unterteilt.
In diesem Artikel finden Sie eine detaillierte Beschreibung zu allen Korrekturen, die in die Kategorie Farbe fallen.
2.1. Darstellung von Sonderfarben vereinheitlichen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Diese Korrektur identifiziert Sonderfarben (Sonderfarbnamen), die einen unterschiedlichen Alternativfarbraum oder Alternativfarbwert besitzen, und vereinheitlicht diese. Die Gleichschaltung des Alternativfarbraums sowie des Alternativfarbwerts erfolgt dabei basierend auf dem ersten Vorkommen der Sonderfarbe.
Einsatzgebiet: Diese Korrektur stellt sicher, dass für die gleiche Schmuckfarbe im Ausdruck derselbe Farbwert verwendet wird. Ob die Farbumrechnung korrekt ist, hängt dabei vom ersten gefundenen Sonderfarbnamen ab. Farbunterschiede zwischen Objekten mit derselben Sonderfarbe im Ausdruck können störender wirken, als dieselbe »falsche« Umrechnung.
Abbildung 1: Die aktivierte Korrektur Darstellung von Sonderfarben vereinheitlichen
2.2. Graustufen in CMYK überführen
Kategorie: Objekt, Farbe, Bild, Text
Beschreibung: Mit dieser Korrektur werden Graustufeninformationen durch das Kopieren der Bildinformationen in den K-Kanal in CMYK überführt. Auf welche Objekte – Alle Objekte, Bilder, Text, Vektoren oder Text und Vektoren – die Korrektur Auswirkungen haben soll, kann der Anwender selbst entscheiden.
Einsatzgebiet: Die Korrektur hilft, mögliche Fehlerquellen zu verringern, die beim Konvertieren von Graustufen im Farbmanagement entstehen können. Sie ermöglicht es auch, dass andere Korrekturen, welche als Ausgangspunkt einen CMYK-Farbwert verlangen, auch in Graustufen angelegte Objekte erfassen und somit gleich verrechnet werden.
Abbildung 2: Die aktivierte Korrektur Graustufen in CMYK überführen mit bereits eingegebenen Werten

2.3. Passermarkenfarbe in Tiefschwarz konvertieren
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur können alle Passermarkenfarben, die sich innerhalb des gewählten Seitengeometrierahmens – Endformatrahmen (TrimBox), Anschnittrahmen (BleedBox) sowie Medienrahmen (MediaBox) – befinden, in ein Tiefschwarz umgewandelt werden. Die gewünschten Farbwerte für das Tiefschwarz können dabei selbst gewählt werden.
Einsatzgebiet: Es wird empfohlen, Objekte, die in Passermarkenschwarz innerhalb der Druckdatei eingefärbt sind, nach Tiefschwarz zu konvertieren. Dadurch wird einerseits Tinte gespart und andererseits ein einheitliches Schwarz für schwarze Flächen im Ausdruck erzeugt. Dadurch können Fehler im Umfeld des Farbmanagements reduziert werden.
Abbildung 3: Die aktivierte Korrektur Passermarkenfarbe in Tiefschwarz konvertieren mit bereits eingegebenen Werten

2.4. Sonderfarben auf »Überdrucken« stellen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur wird der Überdruckenstatus für die ausgewählte Sonderfarbe auf Überdrucken gestellt. Falls Sie das Überdrucken vermeiden möchten, können Sie alternativ die Sonderfarbe auf Multiplizieren setzen.
Einsatzgebiet: Diese Korrektur stellt sicher, dass alle Objekte mit Technischen Farben oder Farben, die als Separation ausgegeben werden, wie beispielsweise Stanze, Rillen, Dieline, Kiss-cut, Thru-cut, Weiß oder Lack, auf Überdrucken gesetzt werden. Um sicherzustellen, dass alle Technischen Farben in der Produktion korrekt verarbeitet werden, sollte diese Korrektur jeder Check-in-Prüf- und Korrekturvorlage hinzugefügt werden.
Abbildung 4: Die aktivierte Korrektur Sonderfarben auf »Überdrucken« stellen mit bereits eingegebenen Werten

2.5. Sonderfarben mit CMYK-Alternativfarbwert nach CMYK konvertieren
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur werden Sonderfarben mit einem CMYK-Alternativfarbwert in CMYK umgewandelt. Sonderfarben, die unter Sonderfarbnamen ausschließen definiert sind, sowie auch Technische Sonderfarben können von der Konvertierung ausgenommen werden. Zum Festlegen der auszuschließenden Namen können reguläre Ausdrücke (RegEx) verwendet werden.
Einsatzgebiet: Diese Korrektur wandelt Schmuckfarben mit CMYK-Alternativfarbwerten in die zugewiesenen CMYK-Werte um. So lassen sich Farbunterschiede zwischen CMYK-Farben und Schmuckfarben mit identischen CMYK-Alternativfarbwerten im Ausdruck vermeiden.
Abbildung 5: Die aktivierte Korrektur Sonderfarben mit CMYK-Alternativfarbwert nach CMYK konvertieren mit bereits eingegebenen Werten

2.6. Sonderfarben umbenennen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Diese Korrektur ermöglicht die Umbenennung ausgewählter Sonderfarbnamen in die festgelegten Ziel-Sonderfarbnamen. Für diese Korrektur können auch RegEx (Reguläre Ausdrücke) verwendet werden.
Einsatzgebiet: Nutzen Sie diese Korrektur, um beim Normalisieren von Druckdaten typische Bezeichnungen für Schneidelinien, Lack, Weiß oder Primer an die interne Namenskonvention anzupassen. Dadurch wird eine einheitliche Benennung von Sonderfarben in der Produktion sichergestellt.
Abbildung 6: Die aktivierte Korrektur Sonderfarbe umbenennen mit bereits eingegebenen Werten

2.7. Sonderfarbnamen nach UTF-8 konvertieren
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Diese Korrektur wandelt alle Sonderfarbnamen, deren Buchstaben nicht UTF-8 kodiert sind, in UTF-8 kodierte Sonderfarbnamen um.
Einsatzgebiet: Einige PDF-basierte ISO-Standards verlangen, dass Sonderfarbnamen UTF-8 kodiert sind. Aktiveren Sie daher diese Korrektur, wenn Sie ISO-Standards einhalten möchten.
Abbildung 7: Die aktivierte Korrektur Sonderfarbnamen nach UTF-8 konvertieren
2.8. Steuerzeichen in Sonderfarbnamen entfernen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur werden Steuerzeichen – beispielsweise Zeilenschaltungen, Seitenumbrüche und Tabulatorzeichen – aus den Sonderfarbnamen entfernt und durch ein Leerzeichen ersetzt.
Einsatzgebiet: Sonderfarbnamen sind nur mithilfe des Sonderfarbnamens unterscheidbar. Daher ist eine klare Benennung der Sonderfarbe enorm wichtig. Mithilfe dieser Korrektur können Fehler reduziert und eine Benennung von Sonderfarben ohne Steuerzeichen gewährleistet werden.
Abbildung 8: Die aktivierte Korrektur Steuerzeichen in Sonderfarbnamen entfernen
2.9. Transparenz-Überblendungsfarbraum auf DeviceCMYK setzen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur wird der Transparenz-Überblendungsfarbraum für alle Seiten immer auf DeviceCMYK gesetzt. Damit wird darüberhinaus eine PDF/X-4- sowie PDF/X-6-Konformität sichergestellt.
Einsatzgebiet: Sobald die Farben im Workflow in den CMYK-Zwischenfarbraum für die Ausgabe verrechnet werden, ist es sinnvoll diese Korrektur zu aktivieren. Dadurch werden RGB- und LAB-Farben mit Transparenzen unter Anwendung des gesetzten Mischmodus zuerst in CMYK verflacht, wodurch unerwünschte Farbeffekte in der Ausgabe vermieden werden.
Abbildung 9: Die aktivierte Korrektur Transparenz-Überblendungsfarbraum auf DeviceCMYK setzen
2.10. Verbotene Sonderfarbnamen umbenennen
Kategorie: Farbe
Beschreibung: Mit dieser Korrektur werden verbotene Sonderfarben umbenannt. Die Umbenennung verbotener Sonderfarbnamen stellt sicher, dass diese korrekt in den Zielfarbraum konvertiert werden. Ohne Umbenennung werden sie ausschließlich in der verfügbaren Prozessfarbe des Druckers ausgegeben.
Einsatzgebiet: Werden in Druckdaten Sonderfarbnamen verwendet, die mit einer Prozessfarbe in Ihren Drucksystemen identisch ind, erfolgt die Ausgabe ohne Farbverrechnung, was zu Farbverschiebungen führen kann. Mit dieser Korrektur können Sie einen Ersatznamen für alle im Drucker verwendeten Prozessfarben hinterlegen, um eine korrekte Farbverrechnung beim Rendern sicherzustellen.
Abbildung 10: Die aktivierte Korrektur Verbotene Sonderfarbnamen umbenennen mit bereits eingegebenen Werten

Artikel Update: Workflow 1.20.0 – 03/2025