Benutzerhandbuch

1.1 Normalisieren – eine Einführung

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Erfahren Sie in diesem Artikel,

  • was unter Normalisierung von Druckdaten verstanden wird,
  • welche Vorteile eine Check-in Prüf- und Korrekturvorlage bringen und
  • wo im Workflow Check-in Prüf- und Korrekturvorlage angewendet werden können.

1. Einführung

Druckdaten werden von verschiedenen Grafikern, Designern, Künstlern usw. mit unterschiedlichem Wissensstand zur Erstellung einer Reinzeichnung erstellt. Druckdaten weisen deswegen potenzielle Fehler auf, die einerseits auf das fehlende Wissen der Druckdatenerzeuger zurückgehen aber kann, andererseits auf die verwendeten Softwareprodukte, die nicht idealerweise für die Erstellung von Druckdaten herangezogen werden sollen, begründet werden kann.

Das Normalisieren von Druckdaten stellt deshalb einen zentralen Schritt der Druckdatenannahme dar, der in der Regel von der Druckvorstufe wahrgenommen wird. Der Normalisierungsschritt hilft somit Fehlerquellen zu identifizieren um damit Produktionszeiten zu optimieren und die Qualität der Produkte sicherzustellen. Im Workflow wird mithilfe von Check-in Prüf- und Korrekturvorlage diese Möglichkeit geboten.

Durch das Normalisieren von Druckdaten können darüber hinaus Druckdaten auf den hausinternen Standard geprüft und dahingehend vorbereitet werden. Das ist insbesondere im Druckumfeld von großer Bedeutung, da unterschiedliche Quellen für die Erstellung der Dateien benutzt werden, was in weiterer Folge zu inkonsistenten Druckdateien führen kann. Ein Unternehmen kann daher beispielsweise den PDF/X-4 Standard als interne Basis für ihre Produktion festlegen sowie auch Bezeichnungen für technische Linien vereinheitlichen.

2. Normalisieren von Druckdaten

Druckdaten müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, damit die Produktion reibungslos abläuft. Werden Dateien nicht geprüft und korrigiert, kann es zu Fehlern im Druck, Farbabweichungen oder schlechter Bildqualität kommen. Im Schritt der Normalisierung von Druckdaten können folgende Aspekte geprüft und korrigiert werden:

  • Einhaltung von Namenskonventionen – eine einheitliche Benennung von Druckdaten erleichtert die Zuordnung und Verwaltung. Dadurch können Fehler in der Zuordnung von gedruckten Produkten reduziert werden.
  • Namensgebung für technische Linien vereinheitlichen – die Vielfalt, die uns Sprachen bieten, können in Druckdaten sehr schnell zu einem Mehraufwand in der Datenaufbereitung führen. Die Reduktion der Benennung von technischen sowie auch Sonderfarben auf einen Hausstandard hin, kann Prozesse im Innenverhältnis vereinfachen und das Mappen von Namen zu Werkzeugen stark vereinfachen.
  • Bestimmen der Verarbeitungsweise – je nach Unternehmen werden entweder Einzeldateien oder mehrseitige Dokumente bevorzugt. Die Normalisierung stellt sicher, dass die Daten entsprechend vorbereitet werden und somit entsprechend der gewünschten Verarbeitungsweise im Prozess vorliegen.
  • Beschleunigung von Prozessen – in Druckdaten finden sich in der Regel Objekte sowie Sonderfarbdefinitionen, die sich entweder außerhalb des zu druckenden Bereichs der Druckdatei befinden oder über den zu druckenden Bereich hinausragen. Das Eliminieren von nicht benötigten sowie nicht sichtbaren Objekten oder das Beschneiden von überlappenden Bereichen stellt einen essentiellen Bestandteil des Normalisierungsschrittes dar, da damit Verarbeitungszeiten beim Prüfen, beim Korrigieren sowie auch beim Rendern drastisch reduziert werden können.
  • Anpassung der Größen – falls erforderlich, kann bereits im Normalisierungsschritt festgelegt werden, ob und wie eine Skalierung der Druckdatei erfolgen soll, damit die Datei im bestellten Produktionsmaß vorliegt.
  • Überprüfung der Auflösung – die Normalisierung stellt sicher, dass Bilder weder zu niedrig noch unnötig hoch aufgelöst sind. So werden Qualitätsverluste und zu große Dateien vermieden.
  • Einheitliche Farbverwaltung – alle Farbdefinitionen müssen den firmenspezifischen Anforderungen entsprechen. Beispielsweise dürfen Sonderfarben nicht unbeabsichtigt in CMYK umgewandelt werden, DeviceN-Farbräume nicht in RGB vorliegen oder ICC-Quellprofile entsprechend eingebettet sein.
  • Vereinheitlichungen der Farbverrechnung – die Gleichschaltung der visuellen Erscheinung von Farben – z.B. Registerfarbe, Schwarz oder Sonderfarben – im Druck reduziert Reklamationen und sorgt damit für mehr Zufriedenheit bei den Kunden nach dem Motto »Gleich falsch ist besser als unterschiedliche visuelle Erscheinungen im Druck von erwarteten gleichen Farbwerten«.

2.1. Einsatz von Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen

Die Verwendung von Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen spielt eine wesentliche Rolle bei der Normalisierung von Druckdaten. Mithilfe dieser Vorlagen werden produktspezifische Prüfungen und Korrekturen bereits beim Hochladen der Druckdateien in den Workflow automatisiert vorgenommen. So wird von Anfang an festgelegt, welche Produktionsstandards für das jeweilige Produkt unerlässlich sind, ohne manuelle Eingriffe.

Folgende Vorteile der Verwendung von Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen kristallisieren sich heraus:

  • Automatisierte Qualitätsprüfung – Vorlagen lassen sich so konfigurieren, dass nur gewünschte Prüfungen an den Druckdateien durchgeführt werden. So kann beispielsweise überprüft werden, ob die Abmessungen den Produktionsvorgaben entsprechen, Farben die geforderten Spezifikationen erfüllen, die Bildqualität ausreicht oder unerwünschte Farbraumkonvertierungen vermieden wurden.
  • Einheitliche Korrekturen für unterschiedliche Produkte  – nicht alle Produkte haben die gleichen Anforderungen. Mithilfe von Vorlagen können verschiedene Prüf- und Korrekturprofile für unterschiedliche Produktgruppen – Etiketten, Faltschachteln, Anzeigen, Platten oder Schilder etc. – erstellt werden.
  • Effizienzsteigerung und Reduzierung von Fehlerquellen – durch den Einsatz von Vorlagen lassen sich viele Fehlerquellen eliminieren, die sonst eine manuelle Nachbearbeitung erfordern würden. Dadurch wird die Effizienz deutlich gesteigert und somit die Zufriedenheit von Kunden sichergestellt.

3. Zugriff auf Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen

Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen stehen in verschiedenen Bereichen des Workflows zur Verfügung. Nachfolgend werden die einzelnen Bereiche, wo Sie im Workflow mit diesen Vorlagen in Berührung kommen, im Überblick beschrieben.

In verschiedenen Bereichen des Workflows – Artikel, Sammlungen, Auftrag und Produktionsauftrag – stehen Dropzones zu Verfügung, worüber Anwender Druckdaten in den Workflow hochladen können. Bei diesen Dropzones wird die Möglichkeit angeboten, bereits erstellte Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen auszuwählen und für das Hochladen von Druckdaten zu verwenden.

Wählen Sie durch Klick auf Konfigurieren [1] die gewünschte Vorlage im Auswahlmenü [2] aus. Alle Druckdaten, die nun hochgeladen werden, werden zuvor mit der ausgewählten Vorlage geprüft und korrigiert.

Abbildung 1: Der Menüpunkt Artikel mit der Dropzone in der Kopfzeile

3.2. Über den Befehl »Hinzufügen«

In Artikel, Auftrag und Produktionsauftrag besteht die Möglichkeit über den Menübefehl Hinzufügen (dieser steht in der Aktionsleiste als erster Befehl zur Verfügung) Druckdaten im jeweiligen Kontext in den Workflow hochzuladen. Durch Aufrufen des Menübefehls wird ein Dialog geöffnet, worin Sie in der Option Check-in Prüf- und Korrekturvorlage [4] die gewünschte Vorlage auswählen können.

Während die Option bei Artikel sich bereits im Reiter Allgemein befindet, steht die Option im Kontext eines Auftrags bzw. eines Produktionsauftrags im Reiter Motiv [3] zur Verfügung.

Abbildung 2: Der Reiter Motiv im Dialog Auftrag hinzufügen

3.3. Im Vorgang »Druckdaten einchecken und normalisieren«

Der Vorgang Druckdaten einchecken und normalisieren kann in einer Produktionskonfiguration ausgewählt werden. Abgespeicherte Produktionskonfigurationen werden im Workflow im Kontext von Schnelldruck, Hotfolder als auch beim Erzeugen von Automationsaufträgen herangezogen, um die darin definierten Schritte auf die ausgewählten Druckdaten anzuwenden.

Zum Verwenden einer Check-in Prüf- und Korrekturvorlage in einer Produktionskonfiguration gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie Automatisieren > Produktionskonfiguration aus.
  2. Erzeugen Sie durch Klick auf Hinzufügen eine leere Produktionskonfiguration.
  3. Wählen Sie im Dialog Produktionskonfiguration hinzufügen den Reiter Vorgänge [5] aus.
  4. Fügen Sie den Vorgang Druckdaten einchecken und normalisieren hinzu, indem Sie den Eintrag im Auswahlmenü [6] auswählen.
  5. Wählen Sie dann in der Option Check-in Prüf und Korrekturvorlage [7] jene Vorlage aus, die Sie für diese Produktionskonfiguration verwenden wollen.
  6. Fügen Sie noch andere Vorgänge hinzu und speichern Sie die Produktionskonfiguration noch ab.

Einmal angelegt können Produktionskonfigurationen sodann in Automatisierung > Schnelldruck, in Automatisierung > Hotfolder sowie durch Aufrufen des Befehls Automationsauftrag erzeugen in der Aktionsleiste eines Artikels- sowie Motivliste ausgewählt werden.

Abbildung 3: Der Dialog Produktionskonfiguration hinzufügen mit ausgewähltem Vorgang »Druckdaten einchecken und normalisieren«

3.4. Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen über die API aufrufen

Eine weitere Möglichkeit auf Check-in Prüf- und Korrekturvorlagen im Workflow zurückzugreifen, erfolgt über einen Aufruf über die {REST:API}. Sollen hier im Laufe des Hochladens eines Artikels bzw. eines Motivs über ein führendes System – beispielsweise ERP/MIS – angewandt werden, muss der entsprechende REST-Aufruf mit der Übergabe der entsprechenden GUID der gewünschten Vorlage erfolgen. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie dazu in der REST-API-Dokumentation.

Artikel Update: Workflow 1.19.2 – 02/2025

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