Erfahren Sie in diesem Artikel,
- wie Sie Korrekturen anwenden,
- auf welche Dateien im Workflow dabei zurückgegriffen wird,
- welche Standardwerte in den Korrekturen angezeigt werden und
- wie Sie eine Korrektur mit eigenen Werten speichern können.
1. Einführung
Wo Sie auf Korrekturen zugreifen können, haben Sie bereits im Artikel Allgemeines zu Korrekturen gelesen. Welche Wege es gibt, die gewünschte Korrektur zu finden, haben Sie darüberhinaus im Artikel Korrekturen finden gelesen. Nun müssen Sie die gewünschte Korrektur nur noch anwenden.
Damit eine Korrektur angewandt werden kann, müssen zwei valide Dateien, die gleichbenannt sein müssen, im Workflow vorliegen. Diese zwei Dateien sind:
- kfpx-Datei – beinhaltet das eigentliche Regelwerk, welches an das callas pdfToolbox SDK übergeben wird. Die Erstellung des Regelwerkes kann sich in den meisten Fällen etwas komplexer gestalten, weshalb die Erstellung eher Profis überlassen werden sollte. Nähere Information zur Erstellung von eigenen Korrekturen erhalten Sie im Kapitel Eigene Korrekturen erstellen und hochladen.
- XML-Datei – beinhaltet die Informationen zum Namen, der Beschreibung, der Beschriftungen für die Optionen sowie der Einträge in den Auswahlmenüs und darüberhinaus noch die Kategorisierung der Korrektur hinsichtlich Kategorie, Aktion und Eigenschaft.
2. Korrekturen anpassen
Durch das Anwenden einer Korrektur wird ein Dialog geöffnet bzw. im Reiter Datenkorrektur die Korrektur im rechten Bereich angezeigt, worin abhängig von der gewählten Korrektur die entsprechenden Parameter angezeigt werden. Im Wesentlichen werden Sie mit vier Typen von Dialogen zu tun haben:
- Dialog ohne Parameter – es werden keine zusätzlichen Konfigurationen vom Anwender benötigt.
- Generischer Dialog – es werden nur wenige Parameter benötigt.
- Benutzerdefinierter Dialog – der Anwender muss benutzerbezogene Parameter eingeben, um so seine Datei richtig zu korrigieren.
- Dialog für kombinierte Korrekturen – es können sehr viele Parameter in verschiedenen Verarbeitunsgsschritten eingestellt werden.
Nachfolgend wird Ihnen der Aufbau und die Funktionen der Dialoge genauer erklärt.
2.1. Dialog ohne Parameter
Viele Korrekturen führen Aktionen aus, die nicht konfiguriert werden müssen. In diesem Fall besteht die Korrekturdialog lediglich aus drei Informationen:
- Namen [1] – beschreibt die Korrektur in wenigen Worten
- Beschreibung [2] – erklärt, was durch die Anwendung der Korrektur passiert. In vielen Fällen werden darin auch Anwendungsmöglichkeiten beschrieben.
- Parameterbereich [3] – informiert den Anwender darüber, dass für diese Korrektur keine weiteren Einstellungen möglich sind.
Abbildung 1: Ein Korrektur-Dialog ohne zusätzliche Parameter
2.2. Generischer Dialog
Handelt es sich bei einer Korrektur um eine Korrekturanweisung, für welche wenige Parameter und Erklärung genügen, werden alle Parameter im Parameterbereich [4] untereinander aufgelistet. In diesem Fall spricht man von einem generisch erzeugten Korrekturdialog.
Abbildung 2: Ein generischer Korrektur-Dialog mit zusätzlichem Parameter
Welche Parameter und in welcher Reihenfolge werden diese angezeigt?
Bestimmen Sie durch Setzen von Attributen in der XML-Datei, ob ein Parameter im Dialog angezeigt werden soll oder nicht. Die Reihenfolge der Auflistung wird ebenfalls durch die Reihenfolge der Optionen in der XML-Datei vom Ersteller der Korrektur vorgegeben. Ob bei der Option Ziffern, Prozente oder Texte eingegeben werden können, oder ob es sich um ein Auswahlmenü handelt, wird ebenfalls durch Hinzufügen von Attributen in der XML-Datei bestimmt.
2.3. Benutzerdefinierte Dialoge
Handelt es sich bei Korrekturen um Korrekturanweisungen, die viele Parameter anbieten und eine bestimmte »Anleitung« für den Anwender bedürfen, so stehen diese Korrekturdialoge als benutzerdefinierte Dialoge im Workflow zur Verfügung. Benutzerdefinierte Dialoge kennzeichnen sich durch folgende Unterschiede:
- Vorlage [5] – Einstellungen, die in dieser Korrektur gemacht werden, können als Vorlage gespeichert und somit auf andere Artikel/Motive übernommen werden.
- Reiter [6] – die Menge an Optionen wird auf mindestens zwei Reiter verteilt. Während sich im Reiter Grundeinstellungen jene Optionen befinden, die zur Ausführung der Korrektur zwingend zu wählen sind, stehen im Reiter Erweitert jene Optionen zur Verfügung, die zusätzlich gewählt werden können bzw. zur Parametrierung der im Reiter Grundeinstellungen zu wählenden Optionen zu verwenden sind.
- Beispielbilder [7] – bei sehr komplexen Korrekturen wird zusätzlich zur Beschreibung dem Anwender noch bildhaft angezeigt, was bei der Auswahl einer Option schlussendlich erzeugt wird.
- Variabler Inhalt [8] – für die Korrekturen ist die Option Variabler Inhalt zulässig. Durch Drücken dieses Symbols kann der Anwender auf Metainformationen zum Motiv sowie auf Werten in benutzerdefinierten Feldern zurückgreifen, um damit eine Korrektur gesteuert durch Werte einer Motivbeschreibung zu verarbeiten.
Abbildung 3: Ein benutzerdefinierte Korrektur-Dialog mit vielen Parametern, die in Reitern gruppiert sind, und einem Vorschaubild
2.4. Dialog für kombinierte Korrekturen
Handelt es sich bei Korrekturen um Korrekturanweisungen, die aus vielen einzelnen Korrekturen bestehen, so besteht der Dialog aus folgenden Bereichen:
- Auswahl der Korrektur [10] – aktivieren Sie die jeweilige Checkbox vor der gewünschten Korrektur, um die Korrektur zu aktivieren.
- Parametrierung der Korrektur [9] – sobald eine Korrektur aktiviert wurde, öffnet sich der Parameterbereich. Durch Klick auf den Pfeil [11] kann der Parameterbereich manuell geöffnet werden
Abbildung 4: Die verfügbaren Optionen für eine kombinierbare Korrektur
3. Korrektur anwenden
Jetzt müssen die Korrekturen nur noch angewandt werden. Grundsätzlich stehen im Workflow drei Vorgehensweise zur Verfügung:
- Korrektur in der Detailansicht anwenden,
- Korrektur auf beliebige Artikel/Motive anwenden,
- Mehrere Korrekturen in einem Schritt anwenden und
- Korrekturen im Umfeld der Automatisierung anwenden.
3.1. Standardkorrekturen in der Detailansicht anwenden
Um im Reiter Druckdaten [15] Korrekturen für ihre Motive anzuwenden, gehen Sie wie folgt vor:
- Wechseln Sie in das Menü Produktionsaufträge bzw. Aufträge und wählen Sie im Reiter Motive [12] in der Motivübersicht [14] jene Motive aus, die korrigiert werden sollen. Im Menü Artikel kann im Reiter Druckdaten eine Korrektur nur auf den ausgewählten Artikel angewandt werden.
- Klicken Sie nun auf die Option Korrekturen [13] und wählen Sie im Auswahlmenü die Option Korrekturen auf Auswahl anwenden aus.
Abbildung 5: Der Reiter Druckdaten eines Produktionsauftrags
- Es öffnet sich der Dialog Korrektur anwenden. Wählen Sie darin die gewünschte Korrektur aus und fügen Sie noch die gewünschten Optionen hinzu. Beachten Sie, dass die gesetzten Optionen auf alle Motive gleich angewandt werden. Sollten für einzelne Motive andere Parameter gesetzt werden, müssen diese in einem zweiten Schritt ausgewählt und die Korrektur erneut aufgerufen werden. Gegebenenfalls kann auch mit Variablen Inhalten gearbeitet werden.
- Durch Drücken von Anwenden [16], wird die Korrekturanweisung auf alle zuvor ausgewählte Motive angewandt. Die Verarbeitung der Korrekturanweisung wird vom System parallel ausgeführt, womit Sie sich viel Zeit in der Aufbereitung der Daten ersparen.
Abbildung 6: Der Korrektur anwenden-Dialog Beschnitt durch Spiegeln erzeugen
3.2. Korrektur auf beliebige Motive/Artikel anwenden
Wenn Sie eine Korrektur auf beliebige Artikel/Motive anwenden wollen, so gehen Sie folgendermaßen vor:
- Wählen Sie einen der nachfolgenden Menüpunkte aus:
- Artikel > Artikel – wählen Sie in der Liste der Artikel die gewünschten Artikel aus.
- Auftrag > Motive – wählen Sie in der Liste der Motive die gewünschten Motive aus.
- Wählen Sie in der Funktionsleiste die Option Korrekturen > Korrektur auf Auswahl anwenden aus, wodurch sich der Dialog Korrektur anwenden öffnet.
- Suchen Sie darin die gewünschte Korrektur. Eine Möglichkeit besteht dabei darin den Begriff in das Suchfeld [17] einzugeben, um die Liste der möglichen Korrekturen etwas einzuschränken.
- Wählen Sie dann die gewünschte Korrektur [18] in der Liste aus und Drücken Sie dann auf Anwenden [19]. Dadurch wird die Korrekturanweisung auf alle zuvor ausgewählten Artikel/Motive angewandt. Die Verarbeitung der Korrekturanweisung wird vom System parallel ausgeführt, womit Sie sich viel Zeit in der auftragsübergreifenden Aufbereitung von Druckdaten ersparen.
Abbildung 7: Der Korrektur auf Artikel anwenden-Dialog mit gewählter Korrektur Beschnitt durch Spiegeln erzeugen
3.3. Standardkorrektur in Produktionskonfiguration auswählen
Produktionskonfigurationen, die unter Automatisierung > Produktionskonfigurationen erstellt werden können, dienen im Workflow als Basis der Automatisierung und beschreibt ein Verfahren, die jene Prozesse definiert, welches ein Motiv durchlaufen muss. Diese Produktionskonfigurationen kommen im Bereich Schnelldruck, Hotfolder sowie bei der Erstellung von Automationsaufträgen zum Einsatz.
Zur Beschreibung des Prozesses innerhalb einer Produktionskonfiguration werden Vorgänge genutzt, die einzelne Teilschritte des Ablaufes übernehmen. Der Vorgang »Korrekturen anwenden« bildet dabei jenen Prozessschritt ab, indem einzelne Korrekturen auf ein Motiv angewandt werden.
Nur Vorlagen verfügbar!
Beachten Sie, dass Sie im Rahmen der Automatisierung Korrekturen nicht separat parametrieren können. Sie können nur abgespeicherte Vorlagen für die jeweilige Korrektur auswählen. Legen Sie daher zuvor die gewünschten Vorlagen an. Die Standard-Vorlagen, die im Workflow für Korrekturen geboten werden, sind auch in diesem Bereich verfügbar.
Zum Erstellen einer Produktionskonfiguration mit dem Vorgang »Korrekturen anwenden« gehen Sie folgendermaßen vor:
- Navigieren Sie zu Automatisierungen > Produktionskonfigurationen.
- Erstellen Sie durch Klick auf Hinzufügen eine neue Produktionskonfiguration.
- Geben Sie im Reiter Allgemein [21] den Namen sowie bei Bedarf eine Beschreibung zur Produktionskonfiguration ein.
- Wechseln Sie zum Reiter Vorgänge [20] und fügen Sie durch Klick auf das Symbol [22] die gewünschten Vorgänge in einer sinnvollen Reihenfolge hinzu.
- Fügen Sie den Vorgang Korrekturen anwenden [23] hinzu und wählen Sie in der Option Korrektur hinzufügen und Vorlage auswählen [24] die gewünschte Korrektur und gegebenenfalls die bereits angelegte Vorlage [25] für die Korrektur aus. Sollten Sie mehrere Standardkorrekturen einfügen, muss die Reihenfolge der Korrekturen, wie Sie es von der Erstellung von Korrekturketten gewohnt sind, beachtet werden.
- Schließen Sie die Erstellung einer Produktionskonfiguration ab, indem Sie auf Speichern [26] klicken. Somit steht Ihnen die Produktionskonfiguration sowohl im Schnelldruck, im Hotfolder als auch für die Erstellung von Automationsaufträgen zur Verfügung.
Abbildung 8: Der Dialog Produktionskonfiguration hinzufügen
3.4. Mehrere Korrekturen in einem Schritt anwenden
Wie in den zuvor beschriebenen Vorgehensweisen beschrieben besteht in den meisten Bereichen die Beschränkung darin, dass nur eine Korrektur auf ein bzw. mehrere Artikel/Motive angewandt werden kann. Wenn Sie jedoch mehrere Korrekturen auf die selben Artikel/Motive anwenden müssen, so können Sie folgendermaßen vorgehen:
- Die zuvor beschriebene Vorgehensweise mehrfach auf die selben ausgewählten Artikel/Motive anwenden, oder
- sich dafür eine Korrekturkette mit den anzuwendenden Korrekturen zusammenzustellen und die Korrekturkette dann auf die gewählten Artikel/Motive anzuwenden. Im Umfeld der Automation steht dafür ein eigener Vorgang zur Verfügung.
Vor- und Nachteile beider Vorgehensweisen:
- Die Mehrfachanwendung bietet den Vorteil, dass für jede Korrektur im Workflow eine Zwischenversion angelegt wird. Der Nachteil liegt im größeren Zeitaufwand sowie das diese Schritte nicht leicht wiederholt werden können.
- Mit Korrekturketten zu arbeiten bietet den Vorteil, dass keine Zwischenversionen gespeichert werden, die Wiederholung jederzeit gegeben ist und dass die Verarbeitung extrem schnell ist. Der Nachteil liegt darin, dass Sie die Korrekturkette zuvor erstellen und testen müssen.
Mit Korrekturketten arbeiten
Wie Sie Korrekturketten richtig anlegen, parametrieren und anwenden können, kann in den Artikeln des Kapitels Korrekturketten erstellen und anwenden im Benutzerhandbuch nachgelesen werden.
4. Standardwerte einer Korrektur überschreiben
Beim Aufrufen des Korrektur-Dialoges wird Ihnen auffallen, dass jedesmal die selben Standardwerte eingetragen sind, obwohl Sie zuvor schon mehrmals die Werte abgeändert haben. Der Grund dafür liegt darin, dass die Standardwerte aus der XML-Datei beim Aufrufen des Dialogs entnommen werden und beim Ausführen der Korrektur lediglich die geänderten Werte an die pdfToolbox übergeben werden.
Wenn Sie jedoch standardmäßig immer andere Werte vorfinden wollen, so stehen Ihnen dazu drei Vorgehensweisen zur Verfügung:
- Vorlage erstellen – geben Sie die gewünschten Werte im Dialog ein und speichern Sie diese anschließend als Vorlage innerhalb der Korrektur ab. Somit können beim Öffnen der Korrektur einfach die gewünschte Vorlage auswählen. Das macht vor allem Sinn, wenn die selbe Korrektur für verschiedene Produkte herangezogen wird. Der Anwender hat die Möglichkeit, für verschiedene Produkte eine benutzerdefinierte Vorlage zu erstellen.
- Korrekturkette – erstellen Sie sich eine Korrekturkette, fügen Sie die gewünschte Korrektur der Korrekturkette hinzu und wählen Sie die von Ihnen gewünschten Werte für die Korrektur. Sie können die gespeicherte Korrekturkette somit mit den neuen Standardwerten auf Artikel und Motive anwenden. Der Nachteil liegt darin, dass Sie weitere Parameter beim Aufruf nicht abändern können.
-
Korrektur duplizieren und XML anpassen: Die Korrektur (kfpx-Datei) samt XML-Datei können Sie laden und unter geändertem Namen und geänderten
automationKey
– dieser muss im gesamten Workflow eindeutig sein – und angepasster Standardwerte in der XML-Datei wieder hochladen. Diese Vorgehensweise ist nur sachkundigen Personen zu empfehlen und kann für Korrekturen, die einen benutzerdefinierten Dialog besitzen, zu einer nicht mehr durchschaubaren Struktur im generischen Dialog führen. Es ist also nicht immer möglich.
Vorlagen anlegen und verwenden
Anstelle die Standardwerte in einer Korrektur zu überschreiben empfehlen wir Korrekturvorlagen abzuspeichern, um dann beim nächsten Mal schnell durch Auswahl einer Vorlage wiederum ihre gewünschten Werte vorfinden.
Artikel Update: Workflow 1.20.0 – 03/2025