Benutzerhandbuch

Linearisierung von Zusatzfarben

Aktualisiert am

Erfahren Sie in diesem Artikel,

  • was unter der Linearisierung von Zusatzfarben verstanden wird,
  • wie ein Zusatzprofil erstellt werden kann und
  • welche Teilschritte dazu benötigt werden.

1. Einführung

Neben den Prozessfarben können beim Anlegen eines Profilierungsprojekts spezielle Tinten – sogenannte zusätzliche Farben, zusätzliche Flüssigkeiten oder vordefinierte Farben –  ausgewählt werden. Dabei wird zwischen drei Varianten unterschieden:

  • Zusätzliche Farben – dazu zählen zusätzliche Tinten, die den Gamut erweitern, die im regulären Farbmanagement aber nicht berücksichtigt werden. Diese Farben werden somit als eigene Separation ausgegeben und wie eine Sonderfarbe behandelt.
  • Zusätzliche Flüssigkeiten – dazu zählen Farben, die als eigene Separation ausgegeben werden – beispielsweise Weiß oder Varnish. Diese Farben werden nie im Farbmanagement berücksichtig.
  • Vordefinierte Farben – dazu zählen alle Tinten, die zur Grundierung bzw. zur Vorbereitung des zu bedruckenden Materials verwendet werden –  beispielsweise Primer oder Permeo.

Diese speziellen Tinten können beim Erstellen eines Profilierungsprojekt zusätzlich ausgewählt und somit linearisiert werden. Abhängig von gewählten Kategorie wird die Reihenfolge der Linearisierung innerhalb des Profilierungsprojektes automatisch richtig gewählt – sprich zusätzliche Flüssigkeiten werden vor den zusätzlichen Farben linearisiert.

Spezielle Tinten im Profilierungsprojekt

Unabhängig von der inhaltlichen Unterscheidung der speziellen Tinten ist die Erstellung der Linearisierung für alle Varianten gleich aufgebaut. Eine detaillierte Beschreibung zu den Unterschieden der speziellen Tinten finden Sie im Artikel »Spezielle Tinten in der Druckvorstufe«.

2. Spezielle Tinten im Profilierungsprojekt

Ziel der Linearisierung einer speziellen Tinte ist es, ein Zusatzfarbenprofil zu erstellen, das die aufgetragene Menge bzw. den Tonwertverlauf der jeweiligen Tinte über den Eingangstonwert hinweg regelt. Das Ergebnis ist – gleich wie bei der Linearisierung der Prozessfarben – ein Profil, das im Profilierungsprojekt gespeichert und für die weiteren Schritte sowie in der erzeugten Farbstrategie verwendet wird.

Eigener Schritt im Profilierungsprojekt

Für jede beim Anlegen des Profilierungsprojekts aktivierte Zusatzfarbe steht ein eigener Schritt zur Verfügung, der in der Applikation $PRODUCT_NAME_WORKFLOW mit dem Namen der jeweiligen Zusatzfarbe – beispielsweise White oder Neon Pink – bezeichnet wird. Dieser Schritt wird in der Schrittleiste des Profilierungsprojekts vor dem Schritt Linearisierung angezeigt.

3. Linearisierung für Zusatzfarben erstellen

Für die Erstellung eines Zusatzfarbenprofils steht der Modus Messen oder der Modus Manuell zur Verfügung [4] (Abbildung 1). Der gewählte Modus bestimmt, welche Teilschritte innerhalb des Schritts angezeigt werden.

Im Modus Messen ist die Linearisierung einer Zusatzfarbe – wie die Linearisierung der Prozessfarben – in vier Teilschritte unterteilt, die am Ende zu einem Zusatzfarbenprofil führen:

Ist der Modus Manuell ausgewählt, entfallen die Teilschritte Messvorlage-Chart drucken, Messvorlage-Chart einmessen und Messdaten analysieren. Es steht ausschließlich der Teilschritt Zusatzfarbenprofil erstellen zur Verfügung, in dem die Gradationskurve direkt festgelegt wird, ohne dass zuvor ein Messvorlage-Chart gedruckt und eingemessen werden muss.

3.1. Voraussetzungen

Damit die Linearisierung einer Zusatzfarbe durchgeführt werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein neues Profilierungsprojekt wurde erstellt. Dabei wurde ein Drucker ausgewählt werden, der mit einer Zusatzfarbe oder zusätzlichen Flüssigkeit drucken ausgestattet ist.
  • Die gewünschte Zusatzfarbe – beispielsweise Primer, Varnish, Weiß oder Neon Pink – wurde beim Erstellen des Projekts aktiviert.

Standardmodus vs. Expertenmodus in der Benutzeroberfläche

In der Benutzeroberfläche jedes Schritts steht der Expertenmodus [3] zur Verfügung. Abhängig davon, ob der Expertenmodus aktiviert ist oder nicht, ändert sich die Benutzeroberfläche.

Sie haben in jedem Schritt die Möglichkeit, sich detailliert anleiten zu lassen, indem Sie den Anweisungen der Statusleiste [2] folgen. Um weitere Einstellungsmöglichkeiten zu erhalten oder in einen Schritt zurückzuspringen, muss der Expertenmodus aktiviert sein. In beiden Fällen werden alle Teilschritte abgedeckt.

3.2. Schritt-für-Schritt-Anleitung

Beispielhafte Beschreibung für alle speziellen Tinten

In diesem Beispiel wird die Linearisierung einer zusätzlichen Flüssigkeit (White) beispielhaft beschrieben. Die nachfolgend beschrieben Schritte lassen sich eins zu eins auf die Linearisierung einer zusätzlichen Farbe oder einer vordefinierten Farbe ummünzen.

Um eine Linearisierung für zusätzliche Flüssigkeit zu erstellen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie das jeweilige Profilierungsprojekt und wechseln Sie in den Schritt der jeweiligen zusätzlichen Flüssigkeit [1]. Der Schritt wird immer wie die jeweilige Zusätzliche Flüssigkeit benannt.
  2. Mithilfe der Statusleiste [2] wird der aktuelle Status angezeigt.
  3. Der erste Schritt innerhalb der Linearisierung ist das Drucken des Messvorlagen-Charts. Klicken Sie nun auf den Befehl Drucken [5].

Abbildung 1: Der Schritt Linearisierung im Expertemodus mit ausgewählten Modus Messen

  1. Dadurch öffnet sich der Dialog Messvorlage-Chart drucken - Zusätzliche Flüssigkeiten.
  2. Geben Sie im Dialog alle benötigten Parameter ein und klicken Sie abschließend auf den Befehl Zum Drucker [Name des Druckers] übertragen.

Detailbeschreibung Messvorlage-Chart drucken

Eine detaillierte Beschreibung aller Möglichkeiten im Dialog Messvorlage-Chart drucken finden Sie im Artikel Messvorlage-Chart.

Abbildung 2: Der Dialog Messvorlage-Chart drucken - Zusätzliche Flüssigkeiten im Standardmodus

  1. Sie gelangen damit wieder zurück zur Übersicht der Linearisierung. Der nächste Schritt ist das Einmessen des Messvorlage-Charts.
  2. Sobald das gewünschte Messvorlage-Chart gedruckt wurde, kann mit dem Messen begonnen werden. Klicken Sie dafür auf den Befehl Messen [6].

Abbildung 3: Die Übersicht der Linearisierung von Zusätzlichen Farben im Expertenmodus

  1. Es öffnet sich dadurch der Dialog Messen. Klicken Sie in diesem Dialog auf den Befehl Seite 1 messen [7]. Dadurch wird die Information an das jeweilige Messgerät weitergeleitet, und der Messvorgang kann gestartet werden.
  2. Ist das Messvorlage-Chart eingemessen, ist dieser Schritt abgeschlossen.

Detailbeschreibung Messvorlage-Chart einmessen

Eine detaillierte Beschreibung aller Möglichkeiten in diesem Dialog finden Sie im Artikel Messvorlage-Chart einmessen.

Abbildung 4: Der Dialog Messen, nachdem die Messung abgeschlossen wurde

  1. Sie gelangen damit wieder zurück zur Übersicht der Linearisierung. Ist der Expertenmodus [3] (Abbildung 1) aktiviert, können die Messergebnisse analysiert werden. Eine detaillierte Beschreibung aller Analysemöglichkeiten in diesem Dialog finden Sie im Artikel Messdaten analysieren.
  2. Der nächste und letzte Schritt ist das Erstellen des Zusatzprofils. Klicken Sie dafür auf den Befehl Zusatzprofil erstellen [8].

Abbildung 5: Die Übersicht der Linearisierung von Zusätzlichen Farben im Expertenmodus

  1. Es öffnet sich dadurch der Dialog Zusatzprofil erstellen. Im linken Bereich des Dialogs wird die Linearisierungskurve des jeweiligen Kanals angezeigt.
  2. Im rechten Bereich kann die Tintenbegrenzungsparameter sowie die Messdatenkorrektur vorgenommen werden. Geben Sie hier die gewünschten Parameter ein.
  3. Klicken Sie abschließend auf Zusatzprofil erstellen, um diesen Schritt abzuschließen.

Detailbeschreibung Linearisierungsprofil erstellen

Eine detaillierte Beschreibung aller Möglichkeiten im Dialog Zusatzprofil erstellen finden Sie im Artikel Zusatzprofil erstellen – Einstellungsmöglichkeiten.

Abbildung 6: Der Dialog Zusatzprofil erstellen

Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.2.0 – 08/2026

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