Benutzerhandbuch

Charakterisierung erstellen

Aktualisiert am

Erfahren Sie in diesem Artikel,

  • was unter einer Charakterisierung verstanden wird,
  • wie ein Charakterisierungsprofil erstellt werden kann und
  • welche Teilschritte dazu benötigt werden.

1. Einführung

Nach der Linearisierung gibt ein Drucksystem Tonwerte zwar proportional und reproduzierbar wieder – wie die einzelnen Farbkanäle im Zusammenspiel tatsächlich auf dem Material erscheinen, ist damit jedoch noch nicht beschrieben. Jede Kombination aus Drucker, Druckkonfiguration, Farbkonfiguration und Material erzeugt einen eigenen, individuellen Farbumfang.

Ziel der Charakterisierung ist es, dieses Farbverhalten des Drucksystems vollständig zu erfassen und zu beschreiben. Dafür wird ein Messvorlage-Chart gedruckt und eingemessen, das den gesamten Farbraum des Drucksystems abdeckt. Auf Basis der Messdaten werden das Material-ICC-Profil sowie die dazugehörenden DeviceLink-Profile berechnet, welche den Farbumfang für die gewählte Kombination aus Drucker, Druckkonfiguration, Farbkonfiguration und Material beschreiben.

Vorlinearisierung, Linearisierung, G7-Linearisierung und Gesamtfarbauftragsbegrenzung

Die Charakterisierung  ist nach der Vorlinearisierung (optional), der Linearisierung (optional), der G7-Linearisierung (optional) und der Gesamtfarbauftragsbegrenzung (optional) der letzte Schritt im Profilierungsprojekt. Alle Einstellungen, die in den Schritten zuvor vorgenommen wurden, wirken sich auf die nachfolgende Schritte aus.

2. Charakterisierung im Profilierungsprojekt

Die Charakterisierung ist der abschließende Schritt eines Profilierungsprojekts in der Applikation $PRODUCT_NAME_WORKFLOW. Sie baut auf den Ergebnissen der vorangegangenen Schritte auf – insbesondere auf der Linearisierung sowie, sofern aktiviert, auf der G7-Linearisierung und der Gesamtfarbauftragsbegrenzung. Beim Springen in diesen Schritt wird automatisch im Hintergrund das entsprechende Charakterisierungs-Chart erstellt.

Das Ergebnis der Charakterisierung ist eine Farbstrategie, die anschließend für die Farbraumtransformation der Druckdaten verwendet werden kann. Innerhalb der Charakterisierung können mehrere Variationen angelegt werden – jede Variation erzeugt auf Basis derselben Messdaten eine eigene Farbstrategie mit individuellen Separationseinstellungen. Dadurch können unterschiedliche Ausgabeziele – beispielsweise unterschiedliche Separationsmethoden oder Gamut-Einstellungen – abgedeckt werden, ohne dass das Chart erneut gedruckt und eingemessen werden muss.

3. Charakterisierung erstellen

Die Charakterisierung ist in vier Teilschritte unterteilt, die am Ende zu einem Charakterisierungsprofil und damit zu einer Farbstrategie führen:

  • Messvorlage-Chart drucken – das Messvorlage-Chart wird auf dem im Profilierungsprojekt definierten Referenzdrucker ausgedruckt. Die Chartgröße wird automatisch aus der im Profilierungsprojekt definierten Blendengröße abgeleitet.
  • Messvorlage-Chart einmessen – das gedruckte Chart wird mit einem Messinstrument seitenweise eingelesen. Die Reihenfolge der Seiten muss dabei nicht zwingend eingehalten werden, sofern vor jeder Messung die korrekte Seitenzahl ausgewählt ist.
  • Messdaten analysieren – nach der Messung stehen die Messdaten zur visuellen Auswertung bereit.
  • Charakterisierungsprofil erstellen – im letzten Teilschritt werden die Parameter für die Profilberechnung festgelegt und das Charakterisierungsprofil berechnet.

3.1. Voraussetzungen

Damit eine Charakterisierung durchgeführt werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein neues Profilierungsprojekt wurde erstellt.
  • Die Vorlinearisierung wurde durchgeführt, sofern dieser Schritt beim Erstellen des Projekts aktiviert wurde.
  • Die Linearisierung wurde durchgeführt, sofern dieser Schritt beim Erstellen des Projekts aktiviert wurde.
  • Die G7-Linearisierung sowie die Gesamtfarbauftragsbegrenzung wurden durchgeführt, sofern diese Schritte beim Erstellen des Projekts aktiviert wurden.

Easy-Modus vs. Expertenmodus in der Benutzeroberfläche

In der Benutzeroberfläche jedes Schritts steht der Expertenmodus [3] zur Verfügung. Abhängig davon, ob der Expertenmodus aktiviert ist oder nicht, ändert sich die Benutzeroberfläche.

Sie haben in jedem Schritt die Möglichkeit, sich detailliert anleiten zu lassen, indem Sie den Anweisungen der Statusleiste [2] folgen. Um weitere Einstellungsmöglichkeiten zu erhalten oder in einen Schritt zurückzuspringen, muss der Expertenmodus aktiviert sein. In beiden Fällen werden alle Teilschritte abgedeckt.

3.2. Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um eine Charakterisierung zu erstellen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie das jeweilige Profilierungsprojekt und wechseln Sie in den Schritt Charakterisierung [1].
  2. Mithilfe der Statusleiste [2] wird der aktuelle Status angezeigt.
  3. Der erste Schritt innerhalb der Charakterisierung ist das Drucken des Messvorlage-Charts. Klicken Sie nun auf den Befehl Drucken [4].

Abbildung 1: Der Schritt Charakterisierung im Expertenmodus

  1. Dadurch öffnet sich der Dialog Messvorlage-Chart drucken – Charakterisierung.
  2. Geben Sie im Dialog alle benötigten Parameter ein und klicken Sie abschließend auf den Befehl Zum Drucker xxx übertragen.

Detailbeschreibung Messvorlage-Chart drucken

Eine detaillierte Beschreibung aller Möglichkeiten im Dialog Messvorlage-Chart drucken finden Sie im Artikel Messvorlage-Chart drucken.

Abbildung 2: Der Dialog Messvorlage-Chart drucken – Charakterisierung

  1. Sie gelangen damit wieder zurück zur Übersicht der Charakterisierung. Der nächste Schritt ist das Einmessen des Messvorlage-Charts.
  2. Sobald das gewünschte Messvorlage-Chart gedruckt wurde, kann mit dem Messen begonnen werden. Klicken Sie dafür auf den Befehl Messen [5].

Abbildung 3: Der Schritt Charakterisierung im Expertenmodus

  1. Es  sich dadurch der Dialog Messen. Klicken Sie in diesem Dialog auf den Befehl Seite 1 messen [6]. Dadurch wird die Information an das jeweilige Messgerät weitergeleitet und der Messvorgang kann gestartet werden.
  2. Sind alle Messvorlage-Charts eingemessen, ist dieser Schritt abgeschlossen. Sofern mehrere Charts vorhanden sind, wird nach dem Einmessen der ersten Seite automatisch die nächste Seite aufgerufen. Wiederholen Sie den Messvorgang für jede weitere Seite.

Detailbeschreibung Messvorlage-Chart einmessen

Eine detaillierte Beschreibung aller Möglichkeiten in diesem Dialog finden Sie im Artikel Messvorlage-Chart einmessen.

Abbildung 4: Der Dialog Messen im Charakterisierungsschritt, bevor mit der Messung begonnen wurde

  1. Sie gelangen damit wieder zurück zur Übersicht der Charakterisierung. Ist der Expertenmodus [3] (Abbildung 1) aktiviert, können die Messergebnisse analysiert werden. Eine detaillierte Beschreibung aller Analysemöglichkeiten in diesem Dialog finden Sie im Artikel Messdaten analysieren.
  2. Der nächste und letzte Schritt ist das Erstellen des Charakterisierungsprofil. Klicken Sie dafür auf den Befehl Charakterisierungsprofil erstellen [7].

Abbildung 5: Der Schritt Charakterisierung im Expertenmodus

  1. Es öffnet sich dadurch der Dialog Charakterisierungsprofil erstellen.
  2. Vergeben Sie im Reiter Allgemein den Namen der Farbstrategie und klicken Sie abschließend auf Charakterisierungsprofil erstellen, um diesen Schritt abzuschließen.

Abbildung 6: Der Dialog Charakterisierungsprofil erstellen im Reiter Allgemein

3.3. Variationen

Nach dem Erstellen des Charakterisierungsprofils wird die daraus resultierende Farbstrategie als Variation im Bereich Variationen [8] angezeigt. In der Liste werden pro Variation der Name der Farbstrategie, der Ersteller sowie der Zeitpunkt der Erstellung und der aktuelle Status dargestellt. Es können mehrere Variationen angelegt werden – jede Variation erzeugt eine eigene Farbstrategie. Dadurch können auf Basis derselben Messdaten unterschiedliche Separationseinstellungen ausgegeben werden, ohne dass das Messvorlage-Chart erneut gedruckt und eingemessen werden muss.

Beachten Sie, dass eine bereits erstellte Variation nicht mehr bearbeitet werden kann. Um die Einstellungen einer bestehenden Variation als Ausgangspunkt zu verwenden, muss die jeweilige Variation dupliziert werden.

Abbildung 7: Der Bereich Variationen mit zwei angelegten Variationen im Dialog Charakterisierungsprofil erstellen

Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.2.0 – 07/2026

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