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Schwarzstart

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Erfahren Sie in diesem Artikel,

  • wie der Schwarzstart den Einsatz des Schwarzkanals in der Separation steuert,
  • wie sich niedrige und hohe Schwarzstart-Werte auf das Druckergebnis auswirken und
  • wo Sie den Parameter im Profilierungsprojekt einstellen.

1. Einführung

Bei der Erstellung eines ICC-Charakterisierungsprofils wird festgelegt, wie die Farbwerte des Quellfarbraums auf die Kanäle des Drucksystems separiert werden. Der Schwarzstart ist dabei einer der zentralen Parameter der Schwarzerzeugung. Er definiert den Tonwert, ab dem der Schwarzkanal erstmals in der Separation verwendet wird. Unterhalb des festgelegten Schwarzstarts werden neutrale Tonwerte ausschließlich aus den Buntfarben Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut. Erst ab dem definierten Tonwert wird Schwarz der Separation hinzugefügt und ersetzt zunehmend die neutralen Anteile der Buntfarben.

Der Schwarzstart bestimmt somit die Einsatzschwelle des Schwarzkanals, während dessen weiterer Verlauf durch die übrigen Parameter der Schwarzerzeugung – insbesondere den Unbuntaufbau (Gray Component Replacement, GCR) – festgelegt wird. In klassischen CMYK-Separationen beeinflusst der Schwarzstart ausschließlich den Einsatz des Schwarzkanals. Zusätzliche Prozessfarben einer erweiterten Farbkonfiguration, beispielsweise Orange, Grün oder Violett, werden durch eigene Separationsstrategien gesteuert.

Abbildung 1: Prinzip des Schwarzstarts entlang der Grauachse (schematisch)

2. Funktionsweise

Der Schwarzstart wird als Prozentwert zwischen 0 % und 100 % angegeben und definiert den Tonwert, ab dem der Schwarzkanal erstmals in der Separation eingesetzt wird:

  • Schwarzstart 0 % – der Schwarzkanal wird bereits in den hellsten Tonwerten eingesetzt. Die Schwarzkurve beginnt unmittelbar am Nullpunkt, sodass auch in den Lichtern geringe Schwarzanteile vorhanden sein können.
  • Schwarzstart 30 % – Tonwerte bis 30 % werden ausschließlich aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut. Ab einem Tonwert von 30 % wird der Schwarzkanal der Separation hinzugefügt und steigt entsprechend der definierten Schwarzkurve kontinuierlich bis in die Tiefen an.
  • Schwarzstart 100 % – der Schwarzkanal wird praktisch nicht verwendet. Der Tonwertumfang wird nahezu vollständig aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut.

Kein Einfluss auf die Schwarzmenge

Beachten Sie, dass der Schwarzstart keinen direkten Einfluss darauf hat, wie viel Schwarz oberhalb seines Einsatzpunktes erzeugt wird. Das Ausmaß der Schwarzerzeugung wird durch den Unbuntaufbau (GCR) gesteuert. Der Schwarzstart verschiebt lediglich den Tonwert, ab dem Schwarz zur Ersetzung der neutralen Anteile der Buntfarben eingesetzt wird. Ein höherer Schwarzstart verkürzt somit den Tonwertbereich, in dem Schwarz für den Aufbau neutraler Farbtöne zur Verfügung steht, wodurch sich die insgesamt verwendete Schwarzmenge indirekt verringern kann.

Abbildung 2: Schwarzkurven bei unterschiedlichen Schwarzstart-Werten (schematisch)

2.1. Auswirkung auf das Druckergebnis

Die Wahl des Schwarzstarts beeinflusst die Bildwirkung in den Lichtern und Mitteltönen, den Tintenverbrauch sowie die Stabilität neutraler Farbtöne:

  • Niedriger Schwarzstart – der Schwarzkanal wird bereits in hellen Tonwerten eingesetzt. Da schwarze Rasterpunkte auf einem hellen Bedruckstoff einen hohen Kontrast aufweisen, können sie – abhängig vom Druckverfahren und der Rastertechnologie – in den Lichtern stärker wahrgenommen werden. Gleichzeitig reduziert sich der Verbrauch der Buntfarben, da Schwarz bereits früh die neutralen Anteile von Cyan, Magenta und Gelb ersetzt. Neutrale Farbtöne werden dadurch über einen größeren Tonwertbereich weniger von Schwankungen der Buntfarben beeinflusst, was die Stabilität der Graubalance erhöht.
  • Hoher Schwarzstart – der Schwarzkanal wird erst in dunkleren Tonwerten eingesetzt. Lichter und helle Mitteltöne werden ausschließlich aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut. Die vergleichsweise feinen Rasterpunkte der Buntfarben erzeugen in diesen Bereichen häufig einen glatteren und homogeneren Bildeindruck. Gleichzeitig steigt der Verbrauch der Buntfarben. Da neutrale Farbtöne in den hellen Bereichen ausschließlich durch das Zusammenspiel der Buntfarben erzeugt werden, reagieren sie empfindlicher auf Schwankungen der Druckbedingungen und können leichter Farbstiche aufweisen.

Beachten Sie, dass ein hoher Schwarzstart außerdem den Tonwertbereich einschränkt, in dem der Unbuntaufbau (GCR) wirksam werden kann. In den hellen und mittleren Tonwerten steht Schwarz dann nicht für den Ersatz neutraler Anteile der Buntfarben zur Verfügung.

Abbildung 3: Wirkung des Schwarzstarts in den Lichtern (schematisch)

3. Verwendung im Profilierungsprojekt

Den Parameter Schwarzstart [1] finden Sie in einem Profilierungsprojekt im Reiter Separationsparameter im Schritt Charakterisierungsprofil erstellen.

Abbildung 4: Die Optionen im Reiter Separationsparameter des Schrittes Charakterisierungsprofil erstellen

Der Parameter bestimmt, ab welchem Tonwert der Schwarzkanal in der Separation eingesetzt wird. Die Werte können zwischen 0 % und 100 % liegen. Ein höherer Wert führt dazu, dass Lichter und helle Mitteltöne über einen größeren Tonwertbereich ausschließlich aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut werden. Der Schwarzkanal wird dadurch erst in dunkleren Tonwertbereichen in die Separation einbezogen.

Durch die Verschiebung der Einsatzschwelle wird gesteuert, ab welchem Tonwert schwarze Rasterpunkte im Druckbild auftreten. Gleichzeitig beeinflusst der Schwarzstart den Bereich, in dem der Unbuntaufbau (GCR) wirksam werden kann, da Schwarz erst ab dem definierten Einsatzpunkt für den Ersatz neutraler Anteile der Buntfarben zur Verfügung steht.

Für die Verwendung des Parameters gelten folgende Empfehlungen:

  • Schwarzstart 30 % (Standardwert) – ein Schwarzstart von 30 % stellt einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Bildqualität in den Lichtern, Prozessstabilität und Farbverbrauch dar. Die Lichter werden ausschließlich aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut und wirken dadurch glatt und homogen. Ab den mittleren Tonwertbereichen wird Schwarz in die Separation einbezogen. Dadurch reduziert sich die Abhängigkeit der Graubalance von Schwankungen der Buntfarben, und der Unbuntaufbau (GCR) kann seine Wirkung entfalten.
  • Schwarzstart 0 % (früher Schwarzeinsatz) – bei einem Wert von 0 % wird Schwarz bereits in den hellsten Tonwerten eingesetzt. Dadurch kann der Verbrauch der Buntfarben reduziert werden, da die neutralen Anteile der Buntfarben bereits frühzeitig durch Schwarz ersetzt werden. Dieses Vorgehen wird häufig in tintensparenden Profilstrategien eingesetzt. Beachten Sie, dass schwarze Rasterpunkte in hellen Bildbereichen einen hohen Kontrast zum Bedruckstoff aufweisen und Lichter dadurch – abhängig von Rastertechnologie und Druckauflösung – körniger erscheinen können.

Beispiele für einen Schwarzstart von 0 %

  • 12/9/9/0 (helles Grau) – die neutralen Anteile werden bereits in diesem hellen Tonwert teilweise durch Schwarz ersetzt, beispielsweise zu 5/3/3/7.
  • 30/25/25/0 (mittleres Grau) – die Farbe wird neu separiert, beispielsweise zu 13/10/10/19. Die CMY-Anteile werden reduziert und durch einen höheren Schwarzanteil ersetzt.
  • Schwarzstart 60 % oder höher – bei einem hohen Schwarzstart werden Lichter und helle Mitteltöne über einen größeren Tonwertbereich ausschließlich aus Cyan, Magenta und Gelb aufgebaut. Die feineren Rasterpunkte der Buntfarben können dadurch einen besonders glatten und homogenen Bildeindruck erzeugen, beispielsweise bei hellen Verläufen, Hauttönen oder großen neutralen Flächen. Der Verbrauch an Buntfarben steigt jedoch, da Schwarz in diesen Bereichen nicht für den Ersatz neutraler Anteile zur Verfügung steht. Beachten Sie, dass die Graubalance in den hellen und mittleren Tonwerten dadurch ausschließlich über die Buntfarben erzeugt wird und empfindlicher auf Schwankungen des Druckprozesses reagiert. Zudem wird der Tonwertbereich eingeschränkt, in dem der Unbuntaufbau (GCR) wirksam werden kann.

Beispiele für einen Schwarzstart von 60 %

  • 12/9/9/0 (helles Grau) – die Separation erfolgt ohne Schwarzerzeugung. Der Tonwert bleibt vollständig CMY-basiert.
  • 30/25/25/0 (mittleres Grau) – die Separation erfolgt weiterhin ohne Schwarzerzeugung, beispielsweise zu 29/24/24/0. Schwarz wird erst in dunkleren Tonwertbereichen eingesetzt.

Beachten Sie, dass der Schwarzstart in weiteren Bereichen des Schrittes Charakterisierungsprofil erstellen einstellbar ist.

  • Mit der Option Schwarzstart auch für reines Schwarz verwenden im Reiter Farbraumanpassung wird die Einsatzschwelle zusätzlich auf die Erzeugung von reinem Schwarz angewendet.
  • Der Schwarzstart im Reiter Sonderfarben legt die Einsatzschwelle des Schwarzkanals bei der Separation von Sonderfarben fest. Die Berechnung erfolgt hier jedoch nach einer anderen Logik, da zur Ermittlung des Schwarzstarts der Mittelwert aller CMY-Prozentwerte herangezogen wird.

Reduktion der Körnigkeit im Druck

Beachten Sie, dass die Anpassung des Schwarzstarts die Wahrnehmung der Körnigkeit im Druck beeinflussen kann. Ein späterer Einsatz des Schwarzkanals verhindert schwarze Rasterpunkte in hellen Tonwertbereichen und kann dadurch zu einem homogeneren Bildeindruck in den Lichtern führen.

Zur Reduktion der Körnigkeit kann jedoch auch das Mischverhältnis zwischen hellen und dunklen Tintenkanälen angepasst werden, beispielsweise zwischen Light Cyan und Cyan oder Light Magenta und Magenta. Durch einen späteren Einsatz der dunkleren Tinten können feinere Tonwertabstufungen erzeugt und sichtbare Rasterstrukturen reduziert werden. Dieses Verfahren kann in seiner Wirkung vergleichbare visuelle Effekte erzielen wie eine Erhöhung des Schwarzstarts, basiert jedoch auf einer anderen technischen Strategie.

Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.2.0 – 07/2026

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