Erfahren Sie in diesem Artikel,
- wie eine Vorlinearisierung erstellt wird,
- welche Einstellungen vorgenommen werden können und
- welche Schritte dafür notwendig sind.
1. Einführung
Der Vorlinearisierungsschritt ist der erste Schritt nach dem Anlegen eines Profilierungsprojekts, der optional beim Anlegen eines neuen Profilierungsprojekts hinzugefügt werden kann. Er dient dazu, eine Vorlinearisierung für die Prozessfarben zu erstellen, die anschließend beim Drucken aller nachfolgenden Messvorlagen angewendet wird.
Vorlinearisierung nicht möglich
Ein Vorlinearisierungsschritt wird im Profilierungsprojekt nur angezeigt, wenn er beim Anlegen des Profilierungsprojekts aktiviert wurde. Darüber hinaus ist eine Vorlinearisierung für Drucksysteme nicht notwendig, wenn es sich um einen Contone-Drucker handelt, der die Linearisierung des Drucksystems eigenständig kontrolliert und anwendet.
2. Einstellungsmöglichkeiten
Im Dialog Vorlinearisierung erstellen stehen zwei Wege zur Verfügung, um Kompensationskurven auszuwählen, zu erstellen und anschließend anzuwenden.
- Vorlage – vordefinierte Vorlagen, die auf gängige Druckanwendungen abgestimmt sind
- Benutzerdefiniert – manuelle Anpassung der Kurve pro Farbkanal
Vorlinearisierung erstellen
Wie ein Vorlinearisierung erstellt werden kann, lesen Sie im Artikel Vorlinearisierung erstellen. In diesem Artikel finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie eine Vorlinearisierung erstellt werden kann.
2.1. Vorlinearisierungsvorlagen
Die vordefinierten Vorlagen [1] bieten eine schnelle Ausgangsbasis für die häufigsten Druckanwendungen und richten sich an Anwender, denen die Charakteristik ihres Drucksystems bekannt ist. Bei ihrer Auswahl ist die Kurvenvorschau schreibgeschützt und kann nicht bearbeitet werden. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- Standard – es wird keine Vorlinearisierung angewendet. Die Kurve verläuft als Gerade, der 50-%-Punkt bleibt unverändert. Wählen Sie diese Option, sofern Ihr Drucksystem bereits einen weitgehend linearen Druck bietet.
- Gestrichene Papiere (10 %) – der 50-%-Punkt wird um 10 % nach unten – sprich auf 40 % – verschoben.
- Ungestrichene Papiere (15 %) – der 50-%-Punkt wird um 15 % nach unten – sprich auf 35 % – verschoben.
- Textil (20%) – der 50-%-Punkt wird um 20 % nach unten – spricht auf 30 % – verschoben.
- Sublimationsdruck (25 %) – der 50-%-Punkt wird um 25 % – sprich auf 25 % – verschoben.
- Benutzerdefiniert – die Vorlinearisierungskurve kann vom Anwender selbst definiert werden. Damit können frei definierte Kurven für die Vorlinearisierung der einzelnen Prozessfarben erstellt werden.
Abbildung 1: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen mit dem Auswahlmenü zu vordefinierten Vorlagen
2.2. Benutzerdefinierte Vorlinearisierung
Wenn Sie als Vorlage die Option Benutzerdefiniert [2] wählen, stehen Ihnen im Dialog Vorlinearisierung erstellen zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die Vorlinearisierung benutzerdefiniert zu erstellen.
Wenn die Option Schieberegler [3] aktiviert ist, stehen folgende Möglichkeiten im Dialog zur Verfügung:
- Wert [4] – gibt an, um wie viel Prozent der 50-%-Punkt der Kurve des jeweiligen Kanals nach unten verschoben wird. Der Wert kann über den Schieberegler oder durch direkte Eingabe angepasst werden.
- Max [5] – legt den maximalen Ausgabewert für den jeweiligen Kanal fest. Der Standardwert beträgt 100 %. Beachten Sie, dass diese Eingabe für alle weiteren Schritte berücksichtigt wird. Geben Sie für den maximalen Ausgabewert 90 % ein, wird der 100-%-Ausgabewert für den jeweiligen Kanal auf 90 % reduziert. In den weiteren Schritten wird zwar weiterhin 100 % angezeigt, der Ausgabewert ist jedoch auf 90 % reduziert.
- Gradationskurven – in der Kurvenvorschau werden alle Prozessfarben angezeigt. Es werden ausschließlich die Prozessfarbkanäle des Drucksystems angezeigt. Light-Farben und Sonderfarben, die als Ausgeben als Separation definiert sind, werden bei der Vorlinearisierung ausgenommen.
Abbildung 2: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen mit ausgewählter Vorlage Benutzerdefiniert und aktivierter Option Schieberegler
Wenn die Option Kurven bearbeiten [6] aktiviert ist, kann die Kompensationskurve jedes Prozessfarbkanals durch direktes Bearbeiten der Kurvenpunkte bestimmt werden. Dieser Modus eignet sich für erfahrene Anwender, die eine präzisere Kontrolle über den Kurvenverlauf benötigen.
Wenn die Option Kurven bearbeiten aktiviert ist, stehen folgende Möglichkeiten im Dialog zur Verfügung:
- Kanalauswahl [8] – wählen Sie den Kanal, dessen Kurve Sie bearbeitet wollen, aus. Neben den einzelnen Prozessfarbkanälen steht auch die Option Alle Kanäle zur Verfügung, sofern alle Kanäle gleichzeitig bearbeitet werden sollen. Wenn Sie zuvor einen Kanal verändert haben und dann auf Alle Kanäle umstellen, können Sie dabei bestimmen, welche Werte aus welchem Kanal auf alle Kanäle angewendet werden soll.
- Kurvenpunkte [7] – klicken Sie auf einen Punkt in der Kurvenvorschau, um ihn auszuwählen, und ziehen Sie den jeweiligen Punkt an die gewünschte Position. Folgende Möglichkeiten stehen in der Kurvenansicht zusätzlich zur Verfügung:
- Kurvenpunkt hinzufügen – durch Klick auf die gewünschte Kurve wird ein weiterer Kurvenpunkt hinzugefügt.
- Kurvenpunkt löschen – durch einen Doppelklick auf einen bestehenden Kurvenpunkt kann dieser wieder gelöscht werden. Durch Klick auf die Schaltfläche Ausgewählten Punkt löschen [10] kann ein ausgewählter Punkt ebenfalls gelöscht werden.
- Werte des gewählten Punktes [9] – zeigt nach Auswahl eines Kurvenpunktes dessen Werte für die Eingabe und Ausgabe in Prozent an. Die Werte können auch numerisch eingegeben werden.
Abbildung 3: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen mit ausgewählter Vorlage Benutzerdefiniert mit ausgewählter Option Kurven bearbeiten
Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.1.0 – 06/2026


