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Vorlinearisierung – Eine Einführung

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Erfahren Sie in diesem Artikel,

  • was unter einer Vorlinearisierung verstanden wird und
  • wann eine Vorlinearisierung sinnvoll ist.

1. Einführung

In der Druckproduktion ist die Qualität einer Profilierung nur so gut wie der Ausgangszustand des Drucksystems, unter dem sie erstellt wurde. Damit ein Drucksystem hochwertige und reproduzierbare Farbergebnisse liefern kann, muss es sich in einem möglichst linearen Zustand befinden. Linearität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der vom Drucksystem aufgebrachte Tintenauftrag in einem gleichmäßig proportionalen Verhältnis zum gewünschten Tonwert steht – ein Messfeld mit 50 % Tonwert wird also auch mit annähernd 50 % Deckung auf dem Material wiedergegeben.

Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem nichtlinearen Drucksystem. Im Rahmen des Profilierungsprojekts kann dieser Zustand durch die Anwendung einer Vorlinearisierung korrigiert werden, bevor mit dem eigentlichen Linearisierungsschritt begonnen wird.

2. Allgemeines

Drucksystem-Hersteller liefern ihre Geräte in unterschiedlichem linearen Zustand aus. Dies liegt unter anderem daran, dass Druckköpfe von Gerät zu Gerät mit teilweise unterschiedlichen Kopfspannungen eingebaut werden. Darüber hinaus können folgende Faktoren zur Nichtlinearität eines Drucksystems beitragen:

  • Hochpigmentierte Tinten – der Einsatz von Tinten mit erhöhtem Pigmentierungsgrad, wie etwa einer hochpigmentierten Schwarz- oder Cyan-Tinte, führt zu einer stark erhöhten Steilheit der Linearisierungskurve, da bereits bei niedrigen Tonwerten ein großer Teil der messbaren Farbdeckung erzeugt wird.
  • Druckverfahren – werden beim selben Hersteller Tinten für den Direktdruck und Tinten für den Transferdruck eingesetzt, kann sich die Steilheit der Linearisierungskurve erheblich unterscheiden – auch wenn es sich um denselben Drucker-Typ handelt.
  • Druckkonfiguration – bietet ein Drucksystem mehrere Druckkonfigurationen – sprich: unterschiedliche Druckgeschwindigkeiten – an, so kann sich das lineare Verhalten zwischen diesen Konfigurationen deutlich unterscheiden. Je schneller gedruckt wird, desto mehr Tinte wird in kurzer Zeit auf das Material aufgebracht, was direkten Einfluss auf den Tonwertaufbau hat.

Aus der Kombinationsmöglichkeit all dieser Faktoren ergibt sich, dass sich zwei Drucker desselben Typs hinsichtlich ihrer Linearität mitunter erheblich voneinander unterscheiden können.

2.1. Vorteile der Vorlinearisierung

Die Vorlinearisierung ist ein optionaler Vorbereitungsschritt, der zu Beginn des Linearisierungsschritts im Profilierungsprojekt durchgeführt wird. Ihr Ziel ist es, das Drucksystem rechnerisch in einen möglichst linearen Ausgangszustand zu versetzen, sofern es sich nicht bereits werksseitig in einem solchen befindet.

Technisch gesehen berechnet die Vorlinearisierung eine Kompensationskurve. Das daraus resultierende Vorlinearisierungs-Profil wird anschließend automatisch beim Drucken aller nachfolgenden Messvorlagen berücksichtigt. Durch die Abflachung der Kurve verteilen sich die Messwerte gleichmäßiger über den gesamten Tonwertbereich, was die Grundlage für stabilere und präzisere Folgeprofile schafft.

Abbildung 1: Links: Linearisierungskurve eines Druckers ohne Vorlinearisierung; Rechts: Kurve nach Anwenden einer Vorlinearisierung

Aus praktischer Sicht ergeben sich durch die Anwendung der Vorlinearisierung folgende Vorteile:

  • Weniger Abrisse bei Verläufen – da die Messwerte gleichmäßiger über den Tonwertbereich verteilt sind, kann die automatische Glättung der Linearisierungskurve besser greifen. Sichtbare Abrisse in homogenen Farbverläufen werden damit deutlich reduziert.
  • Weichere Übergänge bei Light-Tinten – besitzt die Linearisierungskurve einen zu starken Anstieg in den hellen Tönen, führt dies dazu, dass die berechnete Übergangskurve zwischen Light- und Normal-Tinte einen sehr ausgeprägten Peak aufweist. Bei einem radialen Verlauf wird in diesem Bereich ein sichtbarer Ring im Ausdruck wahrnehmbar. Durch die Vorlinearisierung wird dieser Peak abgeflacht und der Übergang weicher.
  • Reduzierter Tintenverbrauch bei Light-Tinten – ohne Vorlinearisierung kann der Endwert der Light-Tinte in der Übergangskurve zu spät gesetzt werden, wodurch Light-Tinten auch in stark gesättigten Tönen weiterhin beigemischt werden. Dieser Zustand erhöht den Tintenverbrauch, ohne drucktechnischen Nutzen zu erzeugen.

Abhängig vom Drucksystem

Beachten Sie, dass nicht für alle Drucksysteme eine Vorlinearisierung notwendig ist. Ob ein Drucksystem eine Linearisierung erfordert, kann von den entsprechenden Messdaten abgeleitet werden.

2.2. Erfahrungswerte

Der Vorlinearisierungswert wird als Prozentwert eingegeben und kann im Bereich von 0 % bis 40 % liegen. Ein Wert von beispielsweise 20 % zieht den 50%-Punkt auf der Linearisierungskurve um 20 % nach unten. Da der optimale Wert von einer Vielzahl druckerspezifischer Faktoren abhängt, können lediglich folgende allgemeine Empfehlungen gegeben werden:

  • Bei wasserbasierten Tinten hängt der Wert stark von der gewählten Druckkonfiguration ab: Je schneller gedruckt wird, desto höher sollte der Prozentwert gewählt werden.
  • Beim Transferdruck können Werte von 25 % bis 30 % verwendet werden.
  • Reduzieren Sie den Wert, sofern die Linearisierungskurve nach Anwenden der Vorlinearisierung unterhalb der 45-Linie fallen soll.
  • Ein Wert von 40 % stellt den Maximalwert dar und musste bislang für kein bekanntes Drucksystem angewendet werden.

Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.1.0 – 05/2025

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