Erfahren Sie in diesem Artikel,
- wie eine Vorlinearisierung erstellt wird,
- welche Einstellungen getätigt werden können und
- welche Schritte dafür notwendig sind.
1. Einführung
Der Vorlinearisierungsschritt ist der erste Schritt nach dem Anlegen eines Profilierungsprojekt. Die Vorlinearisierung ist ein optionaler Schritt und kann bei Bedarf hinzugefügt werden. Er dient dazu, ein Vorlinearisierungs-Profil zu erstellen, das anschließend beim Drucken aller nachfolgenden Messvorlagen automatisch berücksichtigt wird. Beachten Sie, dass ein Vorlinearisierungsschritt nur dann im Profilierungsprojekt angezeigt wird, sofern er beim Anlegen des Projekts aktiviert wurde.
Um ein vollständiges Profilierungsprojekt anzulegen, sind folgende Schritte notwendig:
- Anlegen eines neuen Profilierungsprojekts,
- Erstellen der Vorlinearisierung (optional),
- Drucken, Einmessen und Analysieren des Linearisierungs-Charts und anschließendes Erstellen des Linearisierungsprofils (optional),
- Drucken, Einmessen und Analysieren des G7-Linearisierungs-Charts und anschließendes Erstellen der G7-Linearisierung (optional),
- Drucken des Gesamtfarbauftragsbegrenzungs-Charts und anschließendes Erstellen des Gesamtfarbauftragsprofil (optional) sowie
- Drucken, Einmessen und Analysieren des Charakterisierungs-Charts und anschließendes Erstellen des Charakterisierungsprofils.
2. Vorlinearisierungs-Profil erstellen
Die Erstellung einer Vorlinearisierung dient dazu, einen Drucker, der im Laufe des Drucks starke Tonwertsprünge aufweist, bereits vor dem ersten Andruck in einen lineareren Zustand zu bringen. Die dafür zu verwendenden Werte basieren auf Erfahrung und dem Kennen des jeweiligen Drucksystems. Sofern Ihr Drucker ohnehin einen weitgehend linearen Druck bietet, ist die Erstellung einer Vorlinearisierung nicht notwendig.
Abhängig davon, ob der Expertenmodus [3] aktiviert ist oder nicht, änder sich die Benutzeroberfläche. Sie haben einerseits die Möglichkeit, sich durch das gesamte
Easy-Modus vs Expertenmodus in der Benutzeroberfläche
In der Benutzeroberfläche jedes Schrittes steht der Expertenmodus [3] zur Verfügung. Abhängig davon, ob der Expertenmodus aktiviert ist oder nicht, änder sich die Benutzeroberfläche.
Sie haben in jedem Schritt die Möglichkeit, sich detailliert anleiten zu lassen, indem Sie den Anweisungen der Statusleiste [2] folgen. Um weitere Einstellungsmöglichkeiten zu haben oder in einem Schritt zurückzuspringen, muss der Expertenmodus aktiviert sein. In beiden Fällen werden alle Teilschritte abgedeckt.
Um eine Vorlinearisierung zu erstellen, sind gehen Sie folgendermaßen vor:
- Legen Sie zuerst ein neues Freigabeprojekt an und aktivieren Sie beim Erstellen des Projektes die Option Vorlinearisierung. Wie ein neues Profilierungsprojekt erstellt werden kann, lesen Sie im Artikel Anlegen eines Profilierungsprojekts.
- Wechseln Sie nun in den Schritt Vorlinearisierung [1]. Hier wird Ihnen mithilfe der Statusleiste [2] der aktuelle Status angezeigt.
- Da für die Vorlinearisierung kein Drucken, Messen oder Analysieren der Mess-Charts erforderlich ist, sind diese Teilschritte ausgegraut.
Abbildung 1: Der Schritt Vorlinearisierung im Easy-Modus
- Klicken Sie nun auf den Befehl Vorlinearisierung erstellen [4]. Dadurch öffnet sich der Dialog Vorlinearisierung erstellen.
- Über das Auswahlmenü Vorlage [5] wird festgelegt, auf welcher Grundlage die Kompensationskurve berechnet wird. Der Bereich Kurven bearbeiten [6] zeigt stets eine Vorschau der resultierenden Kurve. Die X-Achse stellt den Eingabewert in Prozent, die Y-Achse den Ausgabewert in Prozent dar.
- Definieren Sie in diesem Dialog die gewünschte Vorlinearisierung und klicken Sie abschließend auf Vorlinearisierung erstellen, um diesen Schritt abzuschließen.
Abbildung 2: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen
3. Einstellungsmöglichkeiten
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3.1. Vordefinierte Vorlagen
Die vordefinierten Vorlagen bieten eine schnelle Ausgangsbasis für die häufigsten Druckanwendungen und richten sich an Anwender, denen die Charakteristik ihres Drucksystems bekannt ist. Bei ihrer Auswahl ist die Kurvenvorschau schreibgeschützt und kann nicht bearbeitet werden. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- Standard – es wird keine Vorlinearisierung angewendet. Die Kurve verläuft als Gerade, der 50-%-Punkt bleibt unverändert. Wählen Sie diese Option, sofern Ihr Drucksystem bereits einen weitgehend linearen Druck bietet.
- Gestrichene Papiere (10%) – der 50-%-Punkt wird um 10 % noch unten – sprich zu 40 % – verschoben.
- Ungestrichene Papiere (15%) – der 50-%-Punkt wird um 15 % nach unten – sprich zu 35% – verschoben.
- Textil (20%) – der 50-%-Punkt wird um 20 % nach unten – spricht zu 30% – verschoben.
- Sublimationsdruck (25%) – der 50-%-Punkt wird um 25 % – sprich zu 25% – verschoben.
- Benutzerdefiniert – die Vorlinearisierungskurve kann vom Anwender selbst definiert werden. Dafür stehen zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung.
3.2. Benutzerdefinierte Vorlinearisierung
Wenn Sie als Vorlage die Option Benutzerdefiniert wählen, stehen Ihnen im Dialog Vorlinearisierung erstellen zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, mit dem Sie einerseits die Vorlinearisierung benutzerdefiniert erstellen können und andererseits die Möglichkeit besteht, den Wert pro Farbkanal definieren zu können.
Wenn die Option Schieberegler [7] aktiviert ist, stehen folgende Möglichkeiten im Dialog zur Verfügung:
- Wert [9] – gibt an, um wie viel Prozent der 50-%-Punkt der Kurve des jeweiligen Kanals verschoben wird. Der Wert kann über den Schieberegler oder durch direkte Eingabe angepasst werden.
- Max [10] – legt den maximalen Ausgabewert des jeweiligen Kanals fest. Der Standardwert beträgt 100 %. Beachten Sie, dass diese Eingabe für alle weitere Schritte berücksichtigt wird. Geben Sie für den maximalen Ausgabewert 90 % ein, wird der Ausgabewert für den jeweiligen Kanal auf 90% gedrosselt. In den weiteren Schritten wird zwar weiterhin 100% angezeigt, der Ausgabewert ist aber auf 90% gedrosselt.
- Kurvenvorschau [8] – in der Kurvenvorschau werden alle Prozessfarben angezeigt. Es werden ausschließlich die Prozessfarbkanäle des Drucksystems angezeigt – Light-Farben und OAS-Farben sind nicht verfügbar, da diese von der Vorlinearisierung nicht verändert werden.
Abbildung 3: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen mit ausgewählter Vorlage Benutzerdefiniert mit ausgewählter Option Schieberegler
Wenn die Option Draw [11] aktiviert ist, kann die Kompensationskurve jedes Prozessfarbkanals durch direktes Bearbeiten der Kurvenpunkte frei definieren werden. Dieser Modus eignet sich für erfahrene Anwender, die eine präzisere Kontrolle über den Kurvenverlauf benötigen. Wenn die Option Draw aktiviert ist, stehen folgende Möglichkeiten im Dialog zur Verfügung:
- Kanalauswahl [13] – bestimmt den Kanal, dessen Kurve bearbeitet werden soll. Neben den einzelnen Prozessfarbkanälen steht auch die Option Alle Kanle zur Verfügung, sofern alle Kanle gleichzeitig und identisch bearbeitet werden sollen.
- Kurvenpunkte [12] – klicken Sie auf einen Kontrollpunkt in der Kurvenvorschau, um ihn auszuwählen, und ziehen Sie den jeweiligen Punkt an die gewünschte Position. Folgende Möglichkeiten stehen in der Kurvenansicht zusätzlich zur Verfügung:
- Kurvenpunkt hinzufügen – durch Klick auf die gewünschte Kurve wird ein weiterer Kurvenpunkt hinzugefügt.
- Kurvenpunkt löschen – durch einen Doppelpunkt auf einen bestehenden Kurvenpunkt kann dieser wieder gelöscht werden. Durch Klick auf die Schaltfläche Ausgewählten Punkt löschen [15] kann ein ausgewählter Punkt ebenso gelöscht werden.
- Ände
- Werte des gewählten Punktes [14] – zeigt nach Auswahl eines Kontrollpunkts dessen Position als Eingabe % und Ausgabe % an. Die Werte können auch numerisch angepasst werden.
Abbildung 4: Der Dialog Vorlinearisierung erstellen mit ausgewählter Vorlage Benutzerdefiniert mit ausgewählter Option Draw
Artikel Update: $PRODUCT_NAME_WORKFLOW 2.1.0 – 05/2026



