Erfahren Sie in diesem Artikel
- welche Metadaten und Schriftattribute Sie aus dem PDF auslesen und analysieren können,
- welche Informationen Sie zur aktuell angezeigten Seite auf einen Blick erkennen können,
- welche Optionen zum Ein- und Ausblenden von Objekten bereitgestellt werden und
- welche erweiterten Möglichkeiten zur Analyse der PDF-Struktur über das gesamte Dokument hinweg zur Verfügung stehen.
1. Einleitung
Druckdaten können ein- oder mehrseitig sein. Jede Seite der PDF-Datei stellt dabei ein für sich abgeschlossenes Dokument dar, das aus verschiedenen Objekten bestehen kann. Diese Objekte können in unterschiedlichen Farbräumen, auf verschiedenen Ebenen und innerhalb einer definierten Dokumentgröße angeordnet sein. Die einzelnen Seiten der Druckdatei können dabei unterschiedlich komplex aufgebaut sein und aus sehr vielen Objekten bestehen.
Bevor Sie Druckdaten bearbeiten, sollten Sie sich einen umfassenden Überblick über den Aufbau der jeweiligen Seite und die darauf enthaltenen Objekte verschaffen. Diese Analysetätigkeit kann vom Anwender am schnellsten über den Reiter Anzeige durchgeführt werden, unterstützt mit den Zusatzinformationen in den Dokumentinformationen – cmd + D
(macOS) sowie Strg + D
(Windows). Für detailliertere Analysen stehen im Reiter Anzeige der Themenbereich Inspektor sowie in der Werkzeugleiste das Pipette-Werkzeug zur Verfügung, das in Kombination mit den erweiterten Informationen im Reiter Bearbeiten genutzt werden kann.
Analyse der aktuell angezeigten Seite
Beachten Sie, dass sich die Analyse im Reiter »Anzeige« sowie im darin enthaltenen Themenbereich »Inspektor« immer auf die aktuell dargestellte Seite bezieht. Daher können sich alle angezeigten Optionen und Werte von Seite zu Seite unterscheiden.
2. Dokumentinformationen
Eine PDF-Datei kann zahlreiche Informationen enthalten, die nicht unmittelbar auf den Seiten der Datei sichtbar sind. Unterschiedliche Softwarelösungen zur Erstellung von PDF-Daten schreiben dabei verschiedene Informationen in die Datei.
2.1. Allgemein
In den allgemeinen Dokumenteigenschaften finden Sie Metadaten, die sich auf die gesamte PDF-Datei beziehen. Die folgenden Daten können enthalten sein, sind jedoch nicht zwingend vorhanden:
- Titel – hier kann ein Titel (interner Name der PDF-Datei) eingetragen werden. Idealerweise entspricht dieser dem Dateinamen.
- Verfasser – hier können die Autoren des Dokuments berücksichtigt werden. Diese Zusatzinformationen dienen unter anderem der besseren Auffindbarkeit der PDF-Datei im Internet.
- Beschreibung – hier können in Freitextformat der Verwendungszweck oder andere relevante Informationen zum Dokument angegeben werden. Auch diese Zusatzinformationen dienen der besseren Auffindbarkeit der PDF-Datei im Internet.
- Allgemein – hier können zusätzliche Informationen zur PDF-Datei hinterlegt werden, die ebenfalls zur besseren Identifikation der PDF-Datei im Internet beitragen.
- Stichwörter – hier können Stichwörter zur Kategorisierung der PDF-Datei eingetragen werden, die durch Semikola getrennt sind. Diese Zusatzinformationen erleichtern die Suche nach der Datei im Internet.
- Erstellt – hier wird das Erstellungsdatum der PDF-Datei vermerkt.
- Geändert – hier wir das Datum der letzten Änderung der PDF-Datei eingetragen. Für die PDF/X-Konformität muss dieses Datum jünger sein als das Erstellungsdatum.
- Anwendung – hier wird die Applikation eingetragen, mit der die PDF-Datei generiert wurde.
- PDF-Engine – hier wird die verwendete Library vermerkt, mit der die PDF-Datei erzeugt wurde. Das Wissen über mögliche Schwachstellen bestimmter Libraries hilft, mögliche Fehler schneller zu identifizieren.
- PDF-Version – hier wird PDF-Version gespeichert, mit der das Dokument erstellt wurde. Die Versionen 1.2 bis 1.6 als auch 2.0 können hier vorgefunden werden. Die Erkenntnisse, die daraus gezogen werden können, sind sehr vielfältig und somit für PDF-Spezialisten von enormer Bedeutung.
- ISO-Standards – hier werden die zugrundeliegenden ISO-Standards angezeigt. Standards wie PDF/X, PDF/A, PDF/VT oder PDF/UA sowie deren Subversionen sind hier gängige Einträge.
- Für schnelle Webanzeige optimiert – hier wird angezeigt, ob die PDF-Datei inkrementell gespeichert oder für die Webanzeige optimiert wurde und wo sich das Inhaltsverzeichnis innerhalb des Dokumentenstreams – am Anfang oder am Ende des Dokumenten – befindet.
- PDF mit Tags – hier wird angezeigt, ob die PDF-Datei mit Tags zur Sicherstellung der Barrierefreiheit versehen ist. Dies ist für den PDF/UA-Standard verpflichtend.
- Überfüllung (Trapping) – hier wird markiert, ob das PDF mit Überfüllungen, die für den Offset-Druck notwendig sind, versehen ist. Diese sind durch sogenannte »Trap«-Kommentare markiert, womit Überfüller an Objekten hinzugefügt werden, um »Blitzer» zu vermeiden.
- Druckbereich – hierbei handelt es sich um Zusatzinformationen zum definierten Druckbereich der Datei, die für die Ausgabe verwendet werden können.
- Identifier – hierbei handelt es sich um eine eindeutige Kennung der Datei, die für die Ausgabe genutzt werden kann.
- Ersteller – hier handelt es sich um Zusatzinformationen zur Person oder Software, die die PDF-Datei ursprünglich erstellt hat. Diese Informationen können ebenfalls für die Ausgabe herangezogen werden.
- Version – hier wird die kompatible PDF-Version angezeigt. Diese Zusatzinformationen können für die Ausgabe relevant sein.
- Revision – hier wird die Revisionsnummer des PDF-Dokuments angezeigt. Diese Zusatzinformationen können für die Ausgabe herangezogen werden.
- Verfasser der Beschreibung – hier kann der Autor der Metadatenbeschreibung eingetragen werden.
- Urheberrechtsinformation – hier werden Zusatzinformationen angezeigt, die Hinweise auf einen geschützten Inhalt beinhalten können.
- Urheberrechtlich geschützt – hier werden Informationen angezeigt, ob die Datei urheberrechtlich geschützt ist.
- URL für Urheberrechtsinformation – falls vorhanden wird hier ein Verweis auf die Details des Urheberrechtsschutzes angegeben. Diese Hinweise können einen geschützten Inhalt beinhalten.
- Seitenanzahl – hier wird die Gesamtanzahl der Seiten angezeigt, die sich in der PDF-Datei befinden.
- Ausgabeabsicht (Output Intent) – hier wird der sogenannte Output Intent vermerkt. Dieser definiert das beabsichtige Ausgabemedium (z.B. Druck, Web) und verweist auf das verwendete ICC-Profil zur farbmetrischen Verrechnung der Daten in der Ausgabe.
- Datei – hier wird der Dateiname des Dokuments angezeigt.
- Speicherort – hier wird der aktuelle Speicherort der Datei angezeigt.
- Dateigröße – hier wird aktuelle Speichergröße in KB oder MB für die Datei angegeben.
Abbildung 1: Der Dialog Dokumenteigenschaften des Menüs Datei mit dem Einstellungsbereich Allgemein [1]
2.2. Schriften
Schriften [4] sind essentiell für PDF Dateien. Viele Fehler entstehen durch nicht oder nur teilweise eingebettete sowie falsch kodierte Schriften.
- Schriftname [2] – zeigt den Name der verwendeten Schriftart an.
- Schrifttyp [3] – gibt den Typ der verwendeten Schriftart an. Mögliche Typen sind Type 1, Type2, TrueType-Schriften usw.
- Einbettung [5]– Schriften können vollständig (gesamter Zeichensatz), teilweise (nur als einzelne, verwendete Glyphen) oder gar nicht in das PDF eingebettet sein.
- Kodierung [9] – gibt die Schriftkodierung an, die zur Speicherung der Schriftzeichen verwendet wird.
- Glyphen [6] – zeigt die Anzahl der in der PDF-Datei eingebetteten grafischen Zeichen, die von den verwendeten Schriften dargestellt werden.
- Interner Name [7] – hier wird der Name der Schrift angezeigt, wie er auch intern im PDF-Dokument verwaltet wird.
- Verwendet auf Seite [8] – listet die Seiten auf, auf denen die jeweilige Schriftart genutzt wird.
Abbildung 2: Der Dialog Dokumenteigenschaften des Menüs Datei mit dem Einstellungsbereich Schriften
2.3. Benutzerdefiniert
Im PDF-Editor können Sie benutzerdefinierte Dokumentinformationen einsehen, die der PDF-Datei in Form von privaten Tags hinzugefügt wurden, die nicht standardmäßig in den allgemeinen PDF-Eigenschaften enthalten sind. Diese Informationen können verschiedene Daten enthalten, wie beispielsweise:
- Name [10] – hier wird der Name der Datei angegeben. Ein sehr prominenter Vertreter ist der Name GTS_PDF/XVersion.
- Wert [11] – hier wird der definierte Wert eingegeben. Ein gängiges Beispiel ist der Wert PDF/X-4, der zur Kennzeichnung von PDF/X-Daten verwendet wird.
Abbildung 3: Der Dialog Dokumenteigenschaften des Menüs Datei mit dem Einstellungsbereich Benutzerdefiniert [12]
2.4. Metadaten
Im PDF-Editor werden alle standardisierten XMP-Metadaten angezeigt. Die XMP-Metadaten bieten eine standardisierte Möglichkeit zur Verwaltung von Dokumentinformationen und erleichtern die Organisation sowie die Archivierung von PDF-Dateien. Diese umfassen wichtige Informationen zur PDF-Datei, wie etwa die Datei-Version, den Ersteller, Erstellungs- und Änderungsdatum sowie benutzerdefinierte Tags. Durch die Anzeige dieser Metadaten erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Datei und deren Ursprung.
Abbildung 4: Der Dialog Dokumenteigenschaften des Menüs Datei mit dem Einstellungsbereich Metadaten [13]
Tipp zur Verwendung von Metadaten
Metadaten sind für den Anwender von großer Bedeutung, da sie eine Vielzahl relevanter Informationen bereitstellen. Der Zugriff auf diese Daten ermöglicht es, Arbeitsprozesse zu optimieren und eine präzisere Kontrolle über die Handhabung von PDF-Dateien zu erhalten. Zu den enthaltenen Informationen gehören unter anderem die verwendete PDF-Version, eingebettete Schriften, die eingesetzte Applikation, angewendete ISO-Standards sowie benutzerdefinierte Metadaten.
3. Themenbereich Inspektor
Der Themenbereich Inspektor [14] im Reiter »Anzeige« bietet erweiterte Analysemöglichkeiten für PDF-Dokumente. Anwender können detaillierte Informationen zu ausgewählten Objekten abrufen, darunter Metadaten, Strukturhierarchien und Formatierungseigenschaften. Die Funktionen ermöglichen eine präzise Kontrolle über Dokumenteninhalte und erleichtern die gezielte Bearbeitung von Objekten.
Die Tiefe der angezeigten Detailinformationen kann vom Anwender im Auswahlmenü Detailinformationen anzeigen [15] (Abbildung 5) selbst festgelegt werden. Dabei stehen vier Optionen zur Verfügung:
- Alle Objekte auf Mausklick – zeigt die Detailinformationen für alle Objekte an, die sich an der angeklickten Position befinden, einschließlich nicht sichtbarer Objekte.
- Sichtbare Objekte auf Mausklick – zeigt die Detailinformationen nur für jene Objekte an, die sich an der angeklickten Position befinden und aktuell gerendert (sichtbar) sind.
- Ausgewählte Objekte – zeigt die Detailinformationen aller explizit ausgewählten Objekte an.
- Alle Objekte der Seite – zeigt die Detailinformationen aller Objekte auf der Seite an, einschließlich nicht gerenderter (unsichtbarer) Objekte.
Abbildung 5: Reiter Anzeige mit Themenbereich Inspektor

4. Reiter »Bearbeiten«
Im Reiter »Bearbeiten« [17] des PDF-Editors stehen dem Anwender leistungsstarke Werkzeuge zur Verfügung:
- Objekt bearbeiten [16] – ermöglicht die direkte Bearbeitung von PDF-Objekten wie Text, Bilder und Vektorgrafiken. Anwender können in diesem Bereich Objekte verschieben, skalieren, drehen oder anpassen.
- Aktionen [18] – in diesem Bereich kann der Anwender Objekte neu ausrichten sowie Aktionen wie Schneidelinie hinzufügen, Sonderfarbauszug erzeugen, Pfad verschieben, Beschnitt hinzufügen oder Objekte außerhalb Seitengeometrierahmen löschen, durchführen.
Abbildung 6: Links: Reiter Bearbeiten mit dem Themenbereich Objekt bearbeiten; Rechts: Reiter Bearbeiten mit dem Themenbereich Aktionen
5. Pipette-Werkzeug
Bereits im Reiter Anzeige können allgemeine Informationen zu Objekten ausgelesen werden. Für eine tiefgehende Analyse kann es jedoch hilfreich sein, mit der Pipette [19] detailliertere Informationen anzuzeigen. Wird in der Werkzeugleiste die Pipette P
ausgewählt und auf ein Objekt geklickt, erscheinen die genauen Werte des Objekts im Reiter Bearbeiten. Wichtig zu beachten ist, dass alle Werte nur ausgelesen werden können; um die tatsächlichen Werte zu bearbeiten, muss das Objekt mit dem Auswahlwerkzeug markiert werden. Besondern hilfreich ist die Pipette in folgenden Fällen:
- Bei RGB Objekten – wenn im Reiter »Anzeige« mit der Maus über ein RGB-Bild geschwebt wird, werden lediglich die simulierten CMYK-Werte angezeigt. Ein Klick mit der Pipette auf das Bild zeigt jedoch die nativen Werte des Bildes an.
- Bei DeviceN-Objekten – im Reiter »Anzeige« lässt sich nicht feststellen, ob Objekte als DeviceN oder einzelne Farben vorliegen. Mit einem Klick auf die Pipette kann dies überprüft werden.
Abbildung 6: Das Pipette-Werkzeug in der Werkzeugleiste

6. Pfadansicht
Im PDF-Editor wird die Pfadansicht [23] [24] verwendet, um die Struktur und Komplexität von Druckdaten zu beurteilen. In dieser Ansicht werden alle Objekte der Seiten vereinfacht und ausschließlich als Außenkonturen dargestellt. Dadurch kann der Anwender die Anordnung und das Zusammenspiel der Objekte schnell erkennen, ohne von Füllungen oder Effekten abgelenkt zu werden. Diese Funktion ist besonders nützlich, um die zugrunde liegende Struktur der PDF-Datei zu analysieren und Fehler oder Unstimmigkeiten in der Gestaltung frühzeitig zu identifizieren. Im Folgenden werden die drei Pfadansichten kurz beschrieben:
- Vektorpfade [20] – Diese Objekte werden ausschließlich als Konturlinien angezeigt, unabhängig von ihrer Füllung und der tatsächlichen Kontur.
- Rasterbilder [21] – Bilder werden als Rechtecke mit zwei Querstrichen dargestellt. Diese Darstellung hilft, Bitmap-Objekte von Vektorobjekten zu unterscheiden.
- Textobjekte [22] – Texte werden als vollgefüllte Glyphen angezeigt. Falls Texte lediglich als Konturen dargestellt werden, wurden die Schriften in einem früheren Schritt in Pfade konvertiert.
Abbildung 7: Pfadansichten

Um auf die Pfadansicht zugreifen zu können, stehen dem Anwender die folgenden zwei Optionen zur Verfügung:
- Navigieren Sie zum Menü »Ansicht«.
- Wählen Sie darin den Einstellungsbereich Anzeigemodus aus.
- Klicken Sie dort auf den Auswahlmodus Pfadansicht [23]. Alternativ können Sie auch die Tastenkombination
^ Strg + 3
(Windows) bzw.^ cmd + 3
(macOS).
Abbildung 8: Die Pfadansicht im Menü Ansicht und dem Einstellungsbereich Anzeigemodus
Eine weitere Option um zur Pfadansicht zu gelangen ist dies über die Fußzeile zu tun. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
- Navigieren Sie in der Fußzeile zu »Anzeigemodus wählen«.
- Wählen Sie darin die Option Pfadansicht [24] aus.
Abbildung 9: Einstellung Pfadansicht in der Fußzeile

Artikel Update: PDF-Editor 1.12.2 – 04/2025